Berlin-Women: Henriette Lustig

Berlin-Women

Hans Peter Goettsche, Wäscherin, 1970, am Generalshof, Bild: www.bildhauerei-in-berlin.de
Hans Peter Goettsche, Wäscherin, 1970, am Generalshof, Bild: www.bildhauerei-in-berlin.de

ACHTUNG: Powern für die Frauenquote mit Berlin-Woman und dem Pro Quote-Verein, heute 10:30 Uhr am Bundestag, Westeingang (Eingang für Rollstuhlfahrer). Kommt mit!

Ab 11:30 sitzt Berlin-Woman im Pressebereich des Bundestags. Thema ist die Frauenquote, vor dem die Unionsfrauen im Vorfeld eingeknickt sind. Wie dumm! Denn schon vor 200 Jahren machten es die Frauen anders und besser: Sie gründeten eine Frauenkooperative. Eine Berliner Leitfigur ist Marie Frederique Adelaide Bock, genannt Henriette Lustig (03.02.1808-22.11.1888). Die geborene Berlin-Woman ist Wäscherin und Unternehmerin. „Mutter Lustig“, wie sie in der Bevölkerung hieß, lernte die Grundlagen im Lesen, Schreiben und Rechnen von ihrem Großvater. Sie profitierte von der Stoffindustrie, die mit den französischen Einwanderer/innen nach Berlin gekommen war.

Die klaren Köpenicker Seen boten perfekte Bedingungen für das Wäscherei-Gewerbe. Henriette Lustig gründete 1835 den ersten Köpenicker Wäschereibetrieb. Sie lief zunächst mit einer Kiepe auf dem Rücken bis nach Charlottenburg, um dort die Wäsche ihrer Kunden einzusammeln, nach Köpenick zu transportieren, mit ihren Mitarbeiterinnen zu reinigen und zurück zu bringen. Später stieg die Wäscherin auf einen Hundekarren, dann auf einen Pferdewagen um, der nach ihren eigenen Entwürfen eine Laderampe und eine wettergeschützte Kabine besaß. Die strahlend weißen Fleischereischürzen für einen ihrer Hauptkunden machten sie in ganz Berlin bekannt. Die Mutter von 17 Kindern zahlte an ihre Mitarbeiterinnen monatlich 10 Taler, die sie in ihrer Küchenschürze aufbewahrte. Ihre Kinder wurden in einem der ersten Kindergärten, gegründet von Auguste Statenow betreut. Diese gab der Wäscherin auch einen zinslosen Kredit für ihren Pferdewagen. Selbst ist die Frau! Im Haus Lustig am Alten Markt 4 existierte bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine Wäscherei. Ein Brunnen und eine Frauenplastik erinnern in Berlin-Köpenick an das Wäschereigewerbe und Henriette Lustig.

Ein Gedanke zu „Berlin-Women: Henriette Lustig

  1. Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen.
    Ich selber bin ein Berliner Original, http://www.primelpaula.de
    Durch Zufall und ein wenig Glück habe ich beschlossen, als Kunstfigur die Geschichte der Mutter Lustig weiterzutragen.
    Auf Facebook bin ich als selbige zu sehen.

    Eine gute Zeit sei gewünscht!
    Angelika Goldlust

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