Ausstellung: „Avantgarde für den Alltag. Jüdische Keramikerinnen in Deutschland 1919-1933“, Bröhan Museum

Berlin-Charlottenburg

Teeservice von Margarete Heymann-Marks, um 1925/30, Bild: www.bröhan-museum.de„Avantgarde für den Alltag, jüdische Keramikerinnen in Deutschland 1919-1933“. Es waren gerade professionelle kreative Künstlerinnen mit jüdischem Hintergrund, die die Alltagsgestaltung der zwanziger Jahre maßgeblich mitprägten. Hervorragend ausgebildet, unternehmerisch aufgestellt und höchst ideenreich entwickelten sie ein innovatives Design für Objekte des täglichen Gebrauchs. Diesen vorbildlichen Karrieren bereitete die Naziherrschaft ein Ende. Im Rahmen des Berliner Themenjahres 2013 „Zerstörte Vielfalt“ zeigt das Bröhan Museum Exponate von Marguerite Friedlaender-Wildenhain, Margarete Heymann-Marks und Eva Stricker-Zeisel.

Mit 180 Exponaten gibt die Sonderausstellung des Bröhan-Museums in Berlin-Charlottenburg „Avantgarde für den Alltag, jüdische Keramikerinnen in Deutschland 1919-1933“ Einblick in das Schaffen der jüdischen Keramikerinnen: Marguerite Friedlaender-Wildenhain, Margarete Heymann-Marks und Eva Stricker-Zeisel. Die drei Künstlerinnen entwickelten ein wegweisendes Design für Alltagsgegenstände ihrer Zeit. Ausgestellt sind die modernen KPM-Porzellanservices von Friedlaender-Wildenhain, die farbigen „Haël“-Geschirre von Margarete Heymann-Marks und die experimentellen Service der Schramberger-Majolika- und der Hirschauer Chr. Carstens Steingutfabrik von Eva Stricker-Zeisel. Die Werke stammen aus dem Bröhan-Museum, dem Kunstgewerbemuseum SMB, dem Bauhaus-Archiv Berlin, dem GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig und aus Privatbesitz. Neben der innovativen Alltagsgestaltung der 1920er Jahre stehen auch die bewegten Karrieren der Künstlerinnen im Mittelpunkt. Friedländer-Wildenhain studierte an der renommierten Burg Giebichenstein und leitete dort die Keramikwerkstatt. Heymann-Marks gründete eine eigene Manufaktur und exportierte ihre hochwertige „Haël-Keramik“ bis in die USA. Stricker-Zeisel engagierte sich in der Avantgardeszene der 1920er Jahre und war in leitender Funktion in der russischen Porzellan- und Keramikindustrie tätig. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurden die Künstlerinnen gezwungen, nach 1933 in die USA bzw. nach Großbritannien zu emigrieren.

Avantgarde für den Alltag. Jüdische Keramikerinnen in Deutschland 1919-1933, Marguerite Friedlaender-Wildenhain, Margarete Heymann-Marks, Eva Stricker-Zeisel, Bröhan-Museum, Schloßstraße 1a, 14059 Berlin, Di-So 10:00-18:00 Uhr, 6/4 €, bis 20.05.2013

Foto: Teeservice von Margarete Heymann-Marks, um 1925/30, www.bröhan-museum.de

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