Berlin-Women: Fanny Hensel-Mendelssohn

Berlin-Women

Fanny und Wilhelm Hensel

Fanny Hensel (14.11.1805-14.05.1847) geb. Fanny Zippora Mendelssohn ist eine berühmte deutsche Komponistin und Musikerin der Romantik. Sie enstammt der Familie Moses Mendelssohn und ist die ältere Schwester des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy. Sie lebt seit 1811 in Berlin und wird 1816 getauft. Trotzdem sie im Schatten des Bruders steht, komponiert und musiziert sie ohne Unterbrechung. Fanny ist ein Genie.

Ihr Werdegang ist zeittypisch: Einerseits erhält sie die beste Ausbildung, u.a. Klavierunterricht bei Marie Bigot und Ludwig Berger in Paris (1816) und Kompositionslehre und Musiktheorie bei Ludwig Zelter an der Berliner Sing-Akademie (1819). Andererseits spricht sich der gefeierte Bruder strikt gegen eine professionelle Musikkarriere der Hochbegabten aus. Die ab 1821 wöchentlichen „Sonntagsmusiken“ im Hause Mendelssohn werden Fannys Bühne. Vor bis zu 200 Gästen, darunter die Brüder Humboldt, Franz Liszt, Clara Schumann und Heinrich Heine, musizieren professionelle Musiker/innen, 1831 übernimmt Fanny Hensel die vollständige Programmleitung und leitet einen eigenen Chor. Seit 1820 komponiert sie und schreibt insgesamt 470 Stücke. 1826, 27 und 30 erscheinen 6 Kompositionen in den Liedheften 8 und 9 des Bruders und unter dessem Namen. Ein Jahr vor ihrem Tod befreit sie sich von den familiären Einschränkungen und veröffentlicht ihre Werke unter ihrem Namen! Unterstützung erhält Fanny Hensel von ihrem Mann, dem Hofmaler Wilhelm Hensel. Bei einer Orchesterprobe stirbt die Mutter eines Sohnes im Alter von 42 Jahren an einem Schlaganfall. Sie ist im Familiengrab auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Berlin-Kreuzberg beigesetzt. Am einstigen Wohnhaus der Familie Mendelssohn-Bartholdy, dem heutigen Bundesratsgebäude an der Leipziger Straße befindet sich eine Gedenktafel. Die Autographen ihrer Werke sind im Mendelssohn-Archiv der Stabi Berlin, wo sie Elke Mascha Blankenburg entdeckt und transkribiert hat. 1984-87 kommt es zu mehreren Uraufführungen, u.a. dirigiert Blankenburg am 07.06.1086 die Ouvertüre in C-Dur in der Alten Oper in Frankfurt.

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