WE mit Berlin-Woman: Umgedichtet!

die blaue Stunde

FingernagelschnauzerBerlin-Woman schmökert gern. Auch in Gedichten und Songtexten. Aber immer wieder muss sie feststellen, wie klischeehaft Frauen dort beschrieben und besungen werden. Als wären wir Deko, Spielzeug, Kleiderpuppen oder Marionetten der Liebe. Auf Dauer ist das totlangweilig, weshalb sich Berlin-Woman mal den Spaß gemacht, die Geschlechter in diesen Texten zu vertauschen.* Und das klingt dann so: 

Es waren drei junge Frauen (Leute), die liebten nen Typen (ein Mädchen) so sehr.

Die Klügste ist abgehauen (Der eine war der Gescheute), floh zeitig über das Meer.

Sie (Er) fand eine gute Stelle und ward ihrer (seiner) Jugend froh,

und sitzt direkt an der Quelle (und lebt als Junggeselle) noch heute auf Borneo.

Die (Der) Zweite schied mit Weinen. Sie sang ihrer Liebe Leid (Er sang seiner Liebe Leid)

und ließ es gebunden erscheinen, just um die Weihnachtszeit.

Das kalte Herz des Geliebten (seiner Dame), die Quelle all ihres (seines) Wehs,

macht ihr die schönsten Meriten (ihm die schönste Reklame) auf allen ästhetischen Tees.

Die (Der) Dritte nur war dämlich, wie sich die Welt erzählt.

Sie (Er) liebte den Holden (die Holde) nämlich, und hat sich mit ihm (ihr) vermählt;

und sitzt jetzt ganz bescheiden dabei mit dummem Gesicht,

wenn er (sie) von den anderen beiden in schwärmenden Worten (mit Tränen im Auge) spricht …

Berlin-Woman wünscht euch ein entspanntes Wochenende!

* in Klammern steht der ursprüngliche Text. Das Gedicht „Es waren drei junge Leute“ stammt von Rudolf Presber (1868-1935). Zit. nach: Ludwig Reiners, Der ewige Brunnen. Ein Hausbuch deutscher Dichtung, München 1955,  S. 816

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