WE mit Berlin-Woman: 77 Diamanten und eine Verwechslung

die blaue Stunde

seventy-seven diamonds - ringDer Vorteil an Startup-Bürogemeinschaften ist, dass man jede Menge Leute kennenlernt. Der Nachteil, ich weiß nicht, wer vor zwei Wochen meine Lieblings-schokolade und letzte Woche die roten Rosen (rote!) auf meinen Schreibtisch plaziert hatte. Was erwartet mich heute?

Eine Einladung zum Candlelight-Dinner? Nein ein Schächtelchen. Mit einem Ring. In rotgold! Etwa ein Verlobungsring? Ich gestehe, mir gefällt es, wenn Liebende Verlobungsringe austauschen. Ich blicke mich um. Mein Teamleiter sieht mich lächelnd an. Also er, und er meint es wirklich ernst. Aber warum sagt er nichts? Dass er in mich verliebt ist, weiß ich. Trotzdem, so geht das nicht! Er müsste doch mit mir reden. Was tun? Hingehen, sich bedanken und dann? Ich findet ihn nett, den Pet Britt, aber ich steht nicht auf ihn. Aber der, den ich will, nimmt mich ja noch nicht mal wahr! Der Spatz in der Hand, … Ja, ja Oma, ich hör dich. Meinst du wirklich? Also gut. Einmal tief durchatmen und los! Ich stehe vor ihm: „Äh, ja, also, ich finde dich wirklich nett. Und der Verlobungsring ist ein Traum.“ Er schaut mich verständnislos an: „Eh, wovon redest du?“ Bevor ich antworten kann, meldet sich eine Stimme aus dem Hintergrund: „Hier gibt es wohl ein Missverständnis.“ Oh Gott, das ist er! Mein Deppy John aus der Exportabteilung. Jetzt weiß ich es: er hat mir die Geschenke gemacht! Ich komme nicht mehr dazu, etwas zu sagen, etwas richtig zu stellen. Denn schon nimmt er mir die Schachtel aus der Hand und geht. Ach Oma, das wäre die Taube gewesen … aber kann man nicht auch Tauben fangen?

Verlobungsringe

MP

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