Berlin-Woman auf der Berlinale: Powerfrauen aus Übersee in der neuen Reihe „NATIVe – A Journey into Indegenous Cinema“

Berlinale

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Drei Regisseurinnen, drei Länder, drei Themen. Zwischen Trauer und Mut, Wut und Hoffnung – starke Emotionen auf der Berlinale 2013. Seit Jahrzehnten arbeiten die Filmemacherinnen auch international erfolgreich zu ihrem jeweiligen nativen Hintergrund. Die neue Berlinale-Reihe „NATIVe – A Journey into Indegenous Cinema“ beweist: Kunst kann die Welt positiv verändern. Gabi Helmchen vom Berlin-Woman-Team stellt vor:

  • In „Bastion Point Day 507“ (Neuseeland, 1980) von Merata Mita geht es um ein von Maoris besetztes Stück Land und dessen Räumung durch Polizei und Militär. 507 Tage dauerte die friedliche Demonstration der Maoris für ihr Landrecht. Die Filmemacherin bewegt sich zwischen den ca. 300 Besetzern und mind. 1.000 Gesetzeshütern und nimmt den Betrachter mit ins Geschehen. Der Film verzichtet auf erläuternde Kommentare, die eindrücklichen Bilder und Worte sprechen für sich. Nach der politischen und filmischen Aktion änderte Neuseeland seine Politik. Teilweise wurde den Maoris ihr Land zugesprochen, aber der Streit dauert bis heute an. Dies bestätigt der Sohn von Merata Mita, der seine 2010 verstorbene Mutter auf der Berlinale vertritt.
  • „Richard Cardinal: Cry from a Diary of a Métis Child“ (Kanada, 1986) von Alanis Obomsawin beginnt mit dem Tod des 17jährigen Richard Cardinal. Er hat sich erhängt. In Interviews erzählen ehem. Pflegefamilien und sein älterer Bruder Charly sein Leben. Richard ist 4 Jahre, als er und seine 6 Geschwister den alkoholabhängigen Eltern weggenommen und in verschiedenen Einrichtungen untergebracht werden. Er ist Bettnässer und wird von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht. Auch Klinikaufenthalte helfen ihm nicht. Schon mit 10 Jahren denkt er an Selbstmord. Sein Leiden vertraut er einem Tagebuch an, es ist die Basis für diese Dokumentation. Der Film löste ein Umdenken in Kanada aus. Kinder werden nicht mehr gewaltsam aus ihren Familien herausgenommen, Betreuung findet in der Nähe der ursprünglichen Heimat statt. Regisseurin Alanis Obomsawin erzählt, dass noch heute der Film bei der Ausbildung von Sozialarbeitern eingesetzt wird.
  • In „Ngangkari“ (Australien, 2001) von Erica Glynn werden 3 Aboriginal-Heiler bei einer Behandlung an der Straße, beim Einkaufen, Essen und bei einer Co-Behandlung im Krankenhaus begleitet. Sie erzählen von der langen Tradition ihrer Heilmethoden, von ihren Erfolgen, von der Akzeptanz, die sie auch durch weiße Australier erfahren. Schon immer gab es männliche und weibliche Heiler. Die 3 alten Aborigines stellen stolz ihre „Azubis“, einen Jungen und einen Jugendlichen vor. Wenn der „Spirit“ einen Körper verlassen hat, wird er krank. Die Heiler suchen und finden den „Spirit“, setzen ihn dem Kranken wieder in den Körper und dieser fühlt sich sofort besser. Auf die Frage, warum sie diesen Film gemacht hat, antwortet Regisseurin Erica Glynn lapidar: sie wurde gefragt.

Berlin-Woman freut sich auf die Fortsetzung von NATIVe – A Journey into Indegenous Cinema!

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