Berlin-Women: Käthe Kollwitz

Berliner Secessionistinnen

Bild: www.dhm.de

1898 wurde die „Berliner Secession“ gegründet, die nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Mitgliederpolitik höchst modern war. Von Anfang an waren Künstlerinnen vollgültige Mitglieder. Zu diesen Spitzenreiterinnen der Moderne gibt es in der „Liebermann-Villa“ eine Sonderausstellung. Und auf Berlin-Woman eine Serie. Hier ist Nr. 3: Käthe Kollwitz, Deutschlands sozialpolitische Künstlerin.

Käthe Kollwitz (1867-1945) ist die bekannteste deutsche Malerin, Bildhauerin und Grafikerin. 1898 wird sie Mitglied der Berliner Secession. Ersten Malunterricht erhält sie 1881 in ihrer Heimatstadt Königsberg. 1885-89 studiert sie bei Karl Stauffer-Bern an der Malschule des Vereins der Berliner Künstlerinnen und bei Ludwig Herterich an der Münchner Damenakademie. 1891 heiratet sie den Arzt Karl Kollwitz, das Paar hat 2 Söhne. Käthe Kollwitz hat einen unverstellten Blick auf die soziale Misere des wilhelminischen Kaiserreichs, der Teil ihrer Kunst wird. Ihr Durchbruch erfolgt mit dem sozialkritischen Grafikzyklus „ein Weberaufstand“ (1895-98), den das Dresdner Kupferstichkabinett ankauft. Es folgen „Bauernkrieg“ (1901-1908), für den sie den Villa Romana-Preis erhält, „Krieg“ (1922/23) und „vom Tode“ (1934/35). 1904 studiert sie für ein Jahr Bildhauerei an der Pariser „Académie Julian“ und tritt in Kontakt zu Auguste Rodin. Es entstehen sozialpolitische Plakate zu den Themen Heimarbeit, Abtreibungsverbot und Krieg. 1906 wird ihr Plakat für die „Deutsche Heimarbeit-Ausstellung“ von Kaiserin Auguste-Viktoria zensiert. Erfolge und Schicksalsschläge folgen im schnellen Wechsel. Sie verliert ihren Sohn im Ersten Weltkrieg. 1917 wird sie zu ihrem 50.Geburtstag mit Ausstellungen in ganz Deutschland gefeiert. Die überzeugte Pazifistin widerspricht 1918 öffentlich Richard Dehmels Aufruf für den Krieg und engagiert sich in der Internationalen Arbeiterhilfe. 1919 wird sie Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, 1928 Professorin für Grafik und 1933 von den Nationalsozialisten entlassen. 1940 stirbt ihr Mann, 1943 werden ihre Wohnung und ihr Atelier durch Bomben zerstört. Die Künstlerin kommt bei der Bildhauerin Margret Böning unter und siedelt 1944 nach Dresden um. Dort stirbt sie 1945. Heute pflegen 2 Museen das Werk der preisgekrönten und auf zahlreichen großen Ausstellungen präsenten Künstlerin. Ihr Ehrengrab befindet sich auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde.

Frauen der Secession – Käthe Kollwitz, Sabine Lepsius, Dora Hitz und Clara Siewert, Liebermann-Villa, Colomierstr. 3, 14109 Berlin, Mo 10:00-18:00, Di geschlossen, Mi 10:00-18:00 Uhr, Do und So 10:00-19:00 Uhr, Fr-Sa 10:00-18:00 Uhr, 4/6 €, 25.11.2012-04.03.2013

 

Ein Gedanke zu „Berlin-Women: Käthe Kollwitz

  1. Guten Morgen, Carola,

    sie ist eine beeindruckende Frau gewesen.
    Als Mutter, Frau, Künstlerin und Politikerin.

    Und sie ist so einsam auf der Moritzburg gestorben. Ich war einmal dort und besichtigte ihre Räume!

    Liebe Grüße und ein schönes Weihnachtsfest sendet dir Susanne

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