Berlin-Women: Dora Hitz

Berliner Secessionistinnen

Nach dem Skandal um die Ausjurierung der Bilder von Edvard Munch durch den „Verein der Berliner Künstler“ 1892 taten sich die Berliner Modernen zusammen. Sie gründeten die „Berliner Secession“, die nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Mitgliederpolitik höchst fortschrittlich war. Von Anfang zählten Künstlerinnen als vollgültige Mitglieder mit dazu. Zu diesen Spitzenreiterinnen der Moderne gibt es in der „Liebermann-Villa“ eine Sonderausstellung. Und auf Berlin-Woman eine Serie. Hier ist Nr. 1: Dora Hitz, die deutsche Impressionistin. 

Dora Hitz (1856-1924) ist eine Hauptvertreterin des deutschen Impressionismus und die Hofmalerin der rumänischen Königin Carmen Silva. Mit 13 Jahren studierte sie an einer Münchener Damenmalschule bei Wilhelm von Lindenschmit d.J. und Heinrich Stelzner. 1876 berief sie die Königin von Rumänien an den Hof, wo die Malerin im Musiksaal von Schloss Peles in den Karpaten Wandfresken nach Versen der Regentin schuf. Hitz erstellte auch Buchillustrationen und Ölgemälde. Dann ging sie 1880 nach Paris, um u.a. bei Eugène Carrière zu studieren. Sie machte Studienreisen in die Normandie und die Bretagne und wurde Mitglied in der „Société des Artists francais“, der „Associé du Champs de Mars“, der „Société Nationale des Beaux-Arts“ und der „Société Royale Belge des Aquarellistes“. 1891 kehrte die Malerin nach Deutschland zurück, zunächst nach Dresden, dann nach Berlin, wo sie sich im „Verein der Berliner Künstlerinnen“ engagierte. Hitz war eine gefragte Damenmalerin, z.B. malte sie Margarethe Hauptmann. 1893 gründete sie eine Damenmalschule. Als anerkannte Vertreterin der Moderne gehörte sie zur „Vereinigung der XI“, der „Berliner Secession“, die sie mit gründete und der „Freien Secession“. 1906 erhielt Hitz den renommierten „Villa Romana-Preis“. Die Malerin war mit Käthe Kollwitz und Max Beckmann befreundet. Ihre Werke, die im In- und Ausland gezeigt wurden, befinden sich in der Berliner Nationalgalerie, im Museum der bildenden Künste in Leipzig und der Kunstsammlung der Stadt Nürnberg.

Frauen der Secession – Käthe Kollwitz, Sabine Lepsius, Dora Hitz und Clara Siewert, Liebermann-Villa, Colomierstr. 3, 14109 Berlin, Mo 10:00-18:00, Di geschlossen, Mi 10:00-18:00 Uhr, Do und So 10:00-19:00 Uhr, Fr-Sa 10:00-18:00 Uhr, 4/6 €, 25.11.2012-04.03.2013

Ein Gedanke zu „Berlin-Women: Dora Hitz

  1. …klasse Beitrag! Und das Wunderbare daran: diesen Terminhinweis kann man gut einplanen, nachdem die eigenen Ausstellungs-Aktivitäten für dieses Jahr abgeschlossen sind. Da macht es Sinn, wieder auszuschwärmen, z. B. nach Berlin, um von dort Eindrücke mit in meine Region zu nehmen. Ein wertvoller Hinweis auf die künstlerischen Wegbereiterinnen. Macht neugierig darauf, vermeintlich bekanntes Material wieder neu zu entdecken!

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