Die polnische Minderheit im KZ, eine Wanderausstellung von NIKE und der Stiftung Brandenburgischer Gedenkstätten

Berlin-Neukölln

Logo des Bunds der Polen in Deutschland, Entwurf: Janina Klopocka (1932)

Dass sich ein Unternehmensnetzwerk für Kultur engagiert, ist in Deutschland immer noch nicht selbstverständlich. NIKE, nicht die Sportmarke, sondern die polnische Unternehmerschaft e.V. hat ein Zeichen gesetzt und gemeinsam mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten eine Wanderausstellung zur Erinnerung an die deutsch-polnischen KZ-Häftlinge realisiert.  Aktuell ist die Schau in Berlin-Neukölln zu sehen:

Die düstere Festhalle auf dem ehem. Militärfriedhof in Berlin-Neukölln korrespondiert mit der erschütternden Geschichte der deutsch-polnischen Minderheit unter den Nationalsozialisten. Mehrere 100.000 Pol/inn/en lebten und arbeiteten Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland und gründeten 1922 den „Bund der Polen in Deutschland„, der im Nazideutschland zum einzigen, nicht gleichgeschalteten Verein wurde. Mit Kriegsbeginn 1939 setzte die systematische Verfolgung, Verhaftung und Ermordung der Bundmitglieder in den KZs Sachsenhausen, Ravensbrück u.a. ein. Dann wurden wehrdienstfähige Männer aus dem Bund 1940 entlassen und zur dtsch. Wehrmacht eingezogen,  die Frauen blieben u.a. im KZ-Ravensbrück interniert und mussten bis zum Kriegsende Schwerstarbeit leisten. Die Ausstellung klärt über die Geschichte auf und bringt beispielhafte biografische Schicksale von 8 Männern und 6 Frauen an. Darunter ist auch Anna Burda (*1911), die sich im KZ Ravensbrück und im Rahmen der verbotenen Pfandfinderorganisation „Mauern“ maßgeblich für ihre Mitinsassinnen engagierte. Burda erhielt 2005 die Ehrenbürgerschaft ihrer Gemeinde Trabki/Danzig und 2009 den Kommandeursorden der Republik Polen.

Die polnische Minderheit im KZ. Mitglieder der polnischen Verbände im Deutschen Reich in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück 1939-1945, Feierhalle des ehemaligen Militärfriedhofes, Lilienthalstraße 7, 10965 Berlin, bis 30.03.2013

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