Berlin-Women: Selma Lagerlöf

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Carl Larsson, Selma Lagerlöf 1908, Bild: de.wikipedia.org

Anlässlich der 0 % Frauenquote der Nobelpreisverleihung in diesem Jahr bieten wir als Ausgleich eine Serie über die Nobelpreisträgerinnen. Nach Bertha von Suttner (Friedensnobelpreis) und Marie Curie (Nobelpreis in Physik und Chemie) folgt nun die Schriftstellerin Selma Lagerlöf, die als erste Frau den Literaturnobelpreis erhielt:

Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf (1858-1940) ist eine bekannte schwedische Schriftstellerin. Sie gilt als Hauptvertreterin der Neuromantik. 1909 erhielt sie als erste Frau den Literatur-Nobelpreis. Der Preis sollte bereits 1908 an sie gehen, was der Ständige Sekretär des Komitees Carl David af Wirsén jedoch verhinderte. Die Autorin stammt aus einer Gutsbesitzersfamilie, deren Geschichte sie zu ihren Erzählungen und Romanen inspirierte. Selma Lagerlöf besuchte 1881 ein Mädchengymnasium und 1882-85 das Königliche Höhere Lehrerinnenseminar in Stockholm. Bis 1895 war sie als Volksschullehrerin in Landskrona tätig. 1891 entstand ihr erster Roman Gösta Berling, der nach einem zögerlichen Start zu einem der meist gelesenen schwedischen Bücher wurde. 1895 konnte die Autorin ihren bürgerlichen Beruf aufgeben und schrieb auf Grundlage einer Europa- und Palästina-Reise  Die Wunder des Antichrist. Die religiös bedingte Emigration einer Bauerngruppe aus ihrer Heimat nach Amerika wurde Thema ihres nächsten Romans Jerusalem, der heute zu den großen Auswandererepen der schwedischen Literatur zählt und für den endgültigen Durchbruch der Schriftstellerin sorgte. 1906 entstand das berühmteste Buch Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen. Es war ein Auftragswerk des schwedischen Lehrerverbandes, das als Lesebuch verwendet werden sollte. Der Erziehungsroman von einem 14Jährigen, der mit den Wildgänsen durch Schweden reist, wurde in 30 Sprachen übersetzt. 1925-28 erschien die Trilogie Die Löwenskölds und in den späten Jahren eine dreiteilige Autobiografie in Novellenform. Neben dem Nobelpreis erhielt Selma Lagerlöf die Ehrendoktorwürde der Universität Uppsala (1907), als erste Frau die Mitgliedschaft in der Schwedischen Akademie (1914) und die Ehrendoktorwürde der Universität Greifswald (1928). Sie engagierte sich politisch, sozial und in der Frauenfrage, wobei sie ihre Überzeugung von der Geschlechterdualität vertrat. Ihre Freundschaft zu Sophie Elkan und Valborg Olander wird in der heutigen Forschung als Frauen-Dreiecksbeziehung gedeutet. 1933 ermöglichte die Schriftstellerin ihrer deutsch-jüdischen Kollegin Nelly Sachs die Immigration nach Schweden. Selma Lagerlöf starb 1940 auf ihrem Gut in Marbacka, wo sie Landwirtschaft und eine Getreidefabrik betrieb.

Nobelpreis für Physik und Chemie: Marie Curie

Friedensnobelpreis: Bertha von Suttner

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