Der vergessene Holocaust: die Einweihung des Denkmals für die Sinti und Roma in Berlin

Berlin-Mitte

Bild: bundesregierung.de

Ein rundes, schwarzes Wasserbecken mit 12 m Durchmesser, in der Mitte eine Stele mit einer Blume. Am Boden Platten mit den Namen der Orte, wo die Vernichtung der Sinti und Roma stattfand. An der Seite gläserne Wände mit der Chronologie dieses „vergessenen Holocausts“. Am Mittwoch, den 24.10.2012 ist das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin-Mitte eingeweiht worden. Ein langer Kampf ist beendet:

Die Sinti, Roma, Jenische, Lalleri und Manusch sind eine Volksgruppe, die bis heute um ihre Rechte kämpft. „Zigeuner“ lautet ihr verfälschender und abwertender Name, unter dem sie jeder kennt. 500.000 wurden von den Nazis verfolgt, in Konzentrationslager gebracht und getötet. 20 Jahre lang hat der deutsche Zentralrat der Sinti und Roma um das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma gerungen. Im Mittelpunkt des Streits standen die Opferdefinition und die Positionierung zur zeitgleichen Judenverfolgung und -vernichtung. Nun ist die Gedenkstätte für fast 3 Mio € realisiert worden. Das Konzept des Künstlers Dani Karavan sieht stets eine frische Blume auf der versenkbaren Stele vor – Symbole der Trauer, Erinnerung und des Lebens. Das Denkmal mahnt uns, dass wir auch den heute vertriebenen und asylsuchenden Menschen, die wir oft nur als Straßenmusiker oder Bettlerinnen wahrnehmen, mehr Respekt zollen müssen. Petra Rosenberg, Vorsitzende des Berlin-Brandenburgischen Verbands der Sinti und Roma leistet seit Jahrzehnten Erinnerungsarbeit. Ihr Vater, der Auschwitz-Überlebende Otto Rosenberg, unterstützte die Denkmalidee von Anbeginn an. Er setzte 1997 die nationale Anerkennung der Sinti und Roma durch. Otto Rosenberg, der auch der Vater der bekannten Sängerin Marianne Rosenberg ist, starb 2001.

Lage: Simsonweg/Scheidemannstr., zwischen Brandenburger Tor und Reichstagsgebäude, 10117 Berlin. Das Denkmal ist durchgehend zugänglich.

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