Berlin-Women: Marie Curie

World-Women

Anlässlich der bedenkenswerten 0% Frauenquote bei der diesjährigen Nobelpreisverleihung gibt es hier auf Berlin-Woman eine Serie. Denn 40 Frauen (5 % Frauenquote) wurden seit der erstmaligen Preisvergabe 1901 prämiert. Wir stellen  eine Auswahl vor. Heute ist die großartige Physikerin Marie Curie an der Reihe, die nicht nur in den Naturwissenschaften das Frauenklischee auf den Kopf stellte.

Marie Sklodowska Curie (1867-1934) ist die 1. Nobelpreisträgerin der Welt. Sie definierte die Radioaktivität, wofür sie anteilig den Nobelpreis für Physik (1903) und Chemie (1911) erhielt. Damit ist sie die eine von nur insgesamt zwei doppelt ausgezeichneten Nobelpreisträgern. 1891 ging sie nach Paris, da ihr dort als Frau ein Studium in Physik und Mathematik möglich war. An ihrer Universität, der Sorbonne, waren 2 % Studentinnen eingeschrieben. Curie lernte bei Paul Appell, Gabriel Lippmann und Edmond Bouty. Sie schloss 1893/94 mit Bestnoten ab. 1894 traf sie Pierre Curie. 1895 beschlossen die beiden Wissenschaftler ihre Ehe- und Forschungsgemeinschaft. Für ihre lebenslange Beschäftigung mit radioaktiven Substanzen, die Curie 1897 begann, wurde sie vielfach ausgezeichnet. 1900 berief man sie als 1. Frau an die École normale Supérieure in Sèvres. 1903 verteidigte sie ihre Promotion, die sofort in 5 Sprachen übersetzt wurde. 1906 übernahm sie kommissarisch den Lehrstuhl ihres im selben Jahr verstorbenen Mannes, 1908 erhielt sie eine eigene Professur. Die Öffentlichkeit reagierte zwiespältig auf die überragende Wissenschaftlerin. Einerseits lobte man die 1. Professorin der Sorbonne als emanzipierte Vorreiterin, andererseits tat man sie als Mannweib ab. Auch geriet sie aufgrund ihrer Liebesbeziehung zu dem verheirateten Naturwissenschaftler Paul Langevin in die Kritik. 1913 traf sie Albert Einstein, der sich öffentlich hinter sie stellte. 1914 übernahm Curie die Leitung des Radium-Instituts an der Sorbonne. Im 1. Weltkrieg war sie als medizinische Radiologin tätig. Nach 1917 setzte sie sich im Völkerbund für bessere Arbeitsbedingungen von Wissenschaftler/innen ein. Sie förderte insbesondere Frauen (darunter Ellen Gleditsch, Eva Ramstedt und Marguerite Perey). 1921 bereiste sie die USA, traf den Präsidenten, erhielt 9 Ehrendoktorate und trug u.a. vor 3.500 Frauen der American Women´s University vor. 1929 wiederholte sie diese Reise. Die Mutter von 2 Töchtern starb an der forschungsbedingten „Strahlenkrankheit“. Marie Curie ist im Pariser Panthéon begraben.

Friedensnobelpreisträgerin: Bertha von Suttner

Ein Gedanke zu „Berlin-Women: Marie Curie

  1. beschämend, das nicht mehr frauen für ihre leistungen ausgezeichnet werden. marie curie ist ein wunderbares vorbild, bedenkt man doch die zeit, in der sie studierte, forschte und lehrte.

    danke carola für die tolle idee, an die nobelpreisträgerINNEN zu erinnern!

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