Berlin-Women: Bertha von Suttner

Berlin-Women

Anlässlich der Nobelpreisverleihung, bei der dieses Jahr 2012 die bedenkenswerte 0% Frauenquote erreicht wurde, starten wir eine Serie, in der wir eine Auswahl von Nobelpreisträgerinnen vorstellen. Seit der erstmaligen Verleihung 1901 wurden 802 Personen, darunter 40 Frauen ausgezeichnet, was eine 5 % Quote ausmacht. 

Bertha Sophia Felicita Baronin von Suttner (1843-1914) erhielt 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis. Sie ist eine österreichische Pazifistin, Friedensforscherin, Schriftstellerin und stammt aus einer böhmischen Adelsfamilie. Zunächst arbeitete sie als Gouvernante in Wien, dann als Privatsekretärin von Alfred Nobel in Paris. Sie verliebte sich in den 7 Jahre jüngeren Arthur Gundaccar von Suttner, heiratete ihn und zog mit ihm in den Kaukasus. 1877 nahm Bertha von Suttner ihre journalistische Tätigkeit, u.a. unter dem Pseudonym B. Oulot auf. 1885 kehrte das Paar nach Wien zurück. Dort verfasste Suttner mehrere Antikriegsschriften und pazifistische Romane, die großes Aufsehen erregten. Ihr größter Erfolg wurde „Die Waffen nieder!“ Die Autorin verteidigte den Frieden als Natur- und Völkerrecht. Sie machte sich für die Gründung von Friedensvereinigungen, u.a. die „Österreichische Gesellschaft der Friedensfreunde“ und die „Deutsche Friedensgesellschaft“ mit 2.000 Mitgliedern, stark. Auf dem Weltfriedenskongress 1891 wurde sie zur Vizepräsidentin des Internationalen Friedensbüros gewählt und nahm an verschiedenen internationalen Konferenzen teil. 1897 überreichte sie Kaiser Franz Joseph I. eine Unterschriftenliste mit dem Plädoyer für ein internationales Schiedsgericht. Als prominente Rednerin nahm Bertha von Suttner 1904 an der „Internationalen Frauenkonferenz“ in Berlin und der Weltfriedenskonferenz in den USA teil. Theodor Roosevelt empfing sie im Weißen Haus. 1912 folgte die 2. USA-Tournee mit zahlreichen Vorträgen. Die Friedensaktivistin warnte vor der militärischen Aufrüstung und dem herannahenden 1. Weltkrieg, den sie selbst nicht mehr miterlebte. Seit 1993 setzt sich die Bertha-von-Suttner-Stiftung für Völkerverständigung, Frieden und internationale Zusammenarbeit ein. Das Portrait von Bertha von Suttner ziert verschiedene Briefmarken, Geldmünzen und -scheine.

Ein Gedanke zu „Berlin-Women: Bertha von Suttner

  1. Liebe Berlin woman, das ist schon unglaublich! sind die Frauen wirklich so dumm oder ist nur mal wieder das Komitee männlich besetzt=beschränkt? Immerhin ist Norwegen ein skandinavisches Land, sonst in Sachen Gleichberechtigung eher fortgeschritten, oder? Aber du hast vergessen: die EU bekam den Friedens-Nobel-Preis, die ist ja weiblich!!

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