Berlin-Women: Nadja Tolokonnikowa, Katja Samuzewitsch, Marija Aljochina – Pussy Riot

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Nadeschda Andrejewna („Nadja“) Tolokonnikowa (* 1989) stammt aus Sibirien und hat in Moskau Philosophie studiert. Die Mutter einer Tochter ist mit Piotr Wersilow verheiratet, mit dem sie die Künstlergruppe Voina (Krieg) gründete. Mit Straßenkunst und performativen Aktionen protestiert die Gruppe gegen das totalitäre Regime in Russland. Voina zählte zum Kurator/innenteam der diesjährigen Berlin Berlinale. Jekaterina („Katja“) Samuzewitsch (* 1982) ist Programmiererin und Fotografin. Sie gehört ebenfalls zu Voina. Marija Aljochina hat in Moskau Journalismus studiert und engagiert sich für Umwelt und Sozialprojekte. Sie hat einen Sohn. Die 3 Künstlerinnen, die Mitglieder der Band „Pussy Riot“ sind, wurden vor 6 Wochen von einem Moskauer Gericht zu 2 Jahren Arbeitslager verurteilt. Grund ist religiöses Rowdytum, das sie mit einem Punkgebet in der Christ-Erlöser-Kirche gegen Putin ausgeübt haben sollen. Der Prozess findet weltweite Beachtung, er spaltet die russische Bevölkerung in Befürworter und Gegner der Putin-Herrschaft und der Verschmelzung von Kirche & Staat. Bürgerrechtler und die Ex-Kreml-Chefs Michail Gorbatschow und Dimitri Medwedew setzen sich für die Künstlerinnen ein. Am 21.09.2012 verliehen Amnesty International und Yoko Ono an Nadja, Katja und Marija den Lennon-Ono Friedenspreis, den Piotr Wersilow in New York entgegennahm. Aktuell sind die 3 Verurteilten in Revision gegangen, Katja hat ihren Anwalt gefeuert, vor dem Gerichtsgebäude wurden wieder Sympathisanten inhaftiert und das Verfahren wurde auf den 10.10.2012 vertagt.

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