Berlin-Women: Paula Busch

Berlin-Women

Paula Busch (1886-1973) ist eine Zirkusdirektorin, Artistin und Autorin. Die  Tochter der Gründer des Circus Busch, Constance Sidonie und Paul Busch, sollte ursprünglich keine Artistin werden. Sie macht Abitur und studiert Literaturgeschichte, Kunstgeschichte und Philosophie. 1911 heiratet sie Dr. Alois Uhl, bekommt eine Tochter, 1924 wird sich geschieden. Paula geht eine lebenslange Beziehung mit Eleonore Cador ein, adoptiert sie, um ihr die Familienrechte zu sichern. Ab 1917 finden wir Paula dann doch im Zirkus wieder. Zunächst wird sie Teilhaberin, ab 1927 alleinige Inhaberin des Imperiums Circus Busch mit den Spielstätten Berlin, Hamburg, Breslau und Wien. Die Zirkusdirektorin wirkt am Berliner Stammhaus an der Börse am Hackeschen Markt, das 35.000 Zuschauer fasst. Sie entwirft phantastische Inszenierungen: Pantomimen- und Manege-Stücke über die Weltgeschichte mit viel Wasser, Tieren, Statisten. Unter Paulas Ägide wird Minna Schulze zum Sensations-Star. Die „Wasserminna“ stürzt sich hoch zu Ross von einem künstlichen  6 m Felsen ins Wasser, das Publikum hält die Luft an! Paula geht unter die Dompteure, und sie schreibt Zirkusromane, Artistenbiografien, Pantomimestücke und Kinderbücher. Ihr geht es um die gesellschaftliche Anerkennung der Artisten und der Zirkuskunst, wobei ihr besonderes Augenmerk der Frau im Zirkus gilt. 1937 fällt das Berliner Zirkusgebäude der wahnwitzigen Stadtplanung der Nazis zum Opfer, mit dem Circus Busch geht´s bergab. Aber 1952 gibt´s ein Comeback, bis 1963 tourt Paula durch Europa und fusioniert dann mit dem Zirkus Roland. Paula Busch stirbt 1973. Sie wird auf dem Dorotheenstädt. Friedhof begraben. Neben Margarete Kreiser-Barum und Ida Krone gilt sie als eine der bekanntesten deutschsprachigen Zirkusdirektorinnen.

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