Ausstellung „Der Gelbe Schein – Mädchenhandel 1860 bis 1930“

Berlin-Mitte

Der internationale Mädchenhandel war stets eine Begleiterscheinung der Auswanderungswellen von Ost- nach Westeuropa und Amerika. Mio. Mädchen und junge Frauen verließen ihre europäische Heimat, um in den großen Einwanderungszentren eine neue Existenz aufzubauen. Doch viele endeten in der Prostitution. Denn der Bedarf an sexuellen Dienstleistungen in der Neuen Welt war enorm: Die Ausstellung „Der Gelbe Schein. Mädchenhandel 1860 bis 1930“ zeigt ein weitgehend unbekanntes Thema der europäischen Massenauswanderung. Der gelbe Schein“ war der Prostituierten-Ausweis, mit dem es den jungen Frauen möglich war, offiziell auszuwandern. Das betraf vor allem Vertreterinnen der armen Bevölkerungsschichten. Die Schau präsentiert Fotos, Polizei- oder Gerichtsprotokolle, Zeitungsnotizen, Briefe aus Archiven in der Ukraine, Russland, Polen, Österreich, der Schweiz und Deutschland. Die Frage der freiwilligen oder der Zwangsprostitution beschäftigte schon damals die Betroffenen, die Täter und die Gesellschaft. Die Ausstellung wurde in einer Kooperation der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum mit dem Deutschen Auswanderhaus Bremerhaven realisiert. Kuratorin ist Irene Stratenwerth.

Der gelbe Schein – Mädchenhandel 1860-1930, Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Oranienburger Str 28/30, 10117 Berlin, bis einschl. September: So-Mo 10:00-20:00 Uhr, Di-Do 10:00-18:00 Uhr, Fr 10:00-17:00 Uhr, andere Öffnungszeiten im Oktober und November (siehe Website), bis 30.12.2012

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