2 Jahre Arbeitslager wegen Performance: Verurteilung der Pussy Riots!

kreative Unternehmerinnen

Am Freitag, den 17.08.2012 sind 3 Mitglieder der Künstlerinnengruppe „Pussy Riot“ in Moskau verurteilt worden. Sie hatten im Februar 2012 eine Punkt-Performance in der Moskauer Christ-Erlöser Kirche aufgeführt und die Mutter Gottes symbolisch angefleht, Putin zu verjagen. Berlin-Woman berichtete.

Nach 5 Monaten Untersuchungshaft und der Androhung von 7 Jahren Haft nehmen die Künstlerinnen Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Alechina und Jekaterina Samutsewitsch die Verurteilung zu 2 Jahren Arbeitslager unerschrocken entgegen. 3 Stunden dauerte die Urteilsverkündigung der Richterin Marina Syrowa im Moskauer Chamowniki-Gericht, die die Performance der Pussy Riots nicht nur als Gotteslästerung sondern als verfassungswidrige Handlung gegen den russischen Staat deklarierte. Sie warf den jungen Frauen, von denen 2 Mütter sind, Rowdytum, religiösen Hass und antireligiöse feministische Aktivitäten vor. Auch verlas sie ein psychiatrisches Gutachten, das den Künstlerinnen einen starken Drang zum individuellen selbstbewußten und selbstbestimmten Handeln attestierte. Der Prozess zog weltweit Aufmerksamkeit auf sich, geht es hier doch um zentrale Fragen der russischen Gesellschaft: die verfassungwidrige Einheit von Kirche und Staat, die Verfolgung Freiheitsdenkender und Oppositioneller und der künstlerischen Freiheit. Björk, Paul McCartney, Sting, Madonna und zahlreiche Demonstranten in Russland und im europäischen Ausland forderten die Freilassung der Pussy Riot. In Berlin gab es eine Demonstration vor der russischen Botschaft. Der Protest wächst, und die Pussy Riots mit den farbigen  Sturmmasken sind Symbol der freiheitlichen kreativen Klasse in Russland geworden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.