WE mit Berlin-Woman: Suzy´s Moonrise Kingdom

Die blaue Stunde

Suzy Bishop ist eine Berlin-Woman. Denn sie hat ein Fernglas, mit dem sie die Umgebung genaustens beobachtet. Nicht nur kriegt sie heraus, dass ihre Mutter eine Affäre mit dem Inselpolizisten hat. Auch sieht sie das aufkommende Unwetter, die sie suchenden Pfadfinder und ihren Freund Sam Shakusky, der mit ihr davongelaufen ist.

Das Waisenkind Sam hat sich ein Jahr davor (1964) bei einer Opernaufführung in sie „verguckt“. Suzy spielte einen Raben. Ihre Hand war verbunden, denn sie hatte aus Wut auf sich einen Spiegel zertrümmert. Sie gilt als emotional gestört und neigt zu Aggression gegen sich und andere, was dem Liebespaar bei ihrer Flucht aber zugute kommt. Suzys Stich mit der Linkhänderschere gegen einen der Pfadfinder-Jungen rettet sie vor der Gefangennahme. So können sie weiter fliehen, heiraten und zusammenbleiben. Dass das Paar gerade mal 12 Jahre alt ist, tut der Liebesgeschichte keinen Abbruch. Im Gegenteil, denn Suzy und Sam sind sich ganz, ganz sicher. Sam hört geduldig zu, wenn Suzy abends aus ihren kiloschweren, mitgebrachten Mädchenromanen vorliest. Suzy sitzt dem talentierten Sam beim Malen Modell. Und beide nehmen den gemeinsamen Sprung vom Kirchturm in den Tod in Kauf, den der Inselpolizist jedoch verhindern kann. Auf ihrer Flucht verbringen Suzy und Sam eine herrliche Zeit in einer Bucht der fiktiven Insel New Penzance Island. Der unromantische Buchtname „3.25-mile-inlet“ verleitet Suzy dazu, einen eigenen zu erfinden: „Moonrise Kingdom“, so wie auch der Film heisst, der sich um Suzy und Sam dreht. Fesselnd, amüsant, toll ausgestattet und hochkarätig besetzt mit Bruce Willis, Bill Murray, Tilda Swinton, Frances McDormand, Edward Norton, Harvey Keitel und Bob Balaban ist der Streifen mehr als eine Empfehlung wert. Hoffentlich sehen wir Kara Hayward (Suzy) und Jared Gilman (Sam) wieder!

Moonrise Kingdom in Berliner Kinos

Moonrise Kindom, 1:38 min, USA, Regie/Drehbuch: Wes Anderson, freigegeben ab 12

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