Berlin-Women: Mme de Staël

Berlin-Women

Madame de Staël 1796, Foto: ariane-genealogie.net

Anne Louise Germaine de Staël, gen. Mme de Staël (1766-1817) ist eine französische Schriftstellerin, Salonière, Politikerin und Gelehrte. Sie wuchs in einem aufgeklärten Pariser Ambiente auf. Im Salon ihrer Mutter, Suzanne Curchod, wurde ihr die Philosophie der Aufklärung nahegebracht. Über ihren Vater, den französischen Finanzminister Jacques Necker, erlernte sie die Politik. Mit 12 Jahren verfasste sie ihre erste Komödie. 1786 heiratete sie den schwedischen Botschafter Baron Erik Magnus Staël v. Holstein. Es war eine arrangierte Ehe, die 14 Jahre währte und aus der 4 Kinder hervorgingen. Das Paar lebte oft getrennt voneinander, und Mme de St. unterhielt verschiedene Liebesbeziehungen, u.a. zum Grafen de Narbonne, Benjamin Constant und John Rocca. Sie verfasste einflußreiche politische und literaturwissenschaftliche Schriften, Essais, Romane und Dramen. In ihrem Salon trafen die Drahtzieher der französischen Revolution zusammen und arbeiteten die Verfassung aus. Dennoch geriet Mme de St. unter den Verdacht der Königstreue und mußte fliehen. Genf war die erste Station auf ihrem lebenslangen Weg der Verbannung und Rückkehrten nach Paris. Sie bereiste England, Italien, Österreich, Russland und Schweden. 1803/1804 ging sie nach Deutschland, wo sie Weimar und im Frühjahr 1804 Berlin besuchte. 1810 erschien ihr vielgelesener Band „de l´Allemagne“, aus dem die Bezeichnung von Deutschland als dem „Land der Dichter und Denker“ stammt. Sie traf Chateaubriand, Lord Byron, Goethe, Schiller, Schlegel und Napoleon, mit dem sie zunächst sympathisierte, aber nach dessem Staatstreich 1799 massiv gegen ihn opponierte. 1814 kehrte sie nach Paris zurück und unterstützte den neuen König Ludwig XVIII. Am 14.07.1817 starb sie an den Folgen eines Schlaganfalls.

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