Berlin-Women: Benita Koch-Otte

Berlin-Women

Benita Koch-Otte (1892-1976) ist Textildesignerin und Bauhaus-Künstlerin. Nach ihrem Lyzeumsbesuch in Krefeld machte sie 1913 die Staatl. Zeichenlehrer-Prüfung in Düsseldorf, 1914 die Staatl. Turnlehrerinnen-Prüfung im Frauenbildungsverein Frankfurt a.M. und die Staatl. Handarbeitslehrerin-Prüfung  im Berliner Letteverein. Im Anschluss arbeitet sie  als Lehrerin an der Höheren Mädchenschule in Uerdingen/Rh. und studierte 1920-25 am Bauhaus in Weimar. Ihre Lehrer waren die berühmten Bauhäusler Johannes Itten, Paul Klee, Oskar Schlemmer und Theo van Doesburg. In der Bauhaus-Weberei engagierte man sie als „älteren Lehrling ohne Lehrbrief“, 1924 wurde sie dort Gesellin. 1925 ging sie mit dem Bauhaus nach Dessau, wo sie maßgeblich am Aufbau der Weberei beteiligt war. Dann leitete sie bis 1933 die Abteilung Weberei in der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein. Die Nationalsozialisten entliessen sie und ihren Mann, den Leiter der Fotoabteilung Heinrich Koch, mit dem sie nach Prag auswanderte. Nach seinem tragischen Unfalltod 1934 übernahm Benita Koch-Otte die Leitung der Weberei in den Bodelschwinghschen Anstalten Bethel.  1937 machte sie ihren Meister. Auch nach ihrer Pensionierung 1957 war sie dort aktiv. Benita Koch-Otte starb 1976 im Alter von 83 Jahren. Ihre beiden bekanntesten Arbeiten sind ein Teppich für das Direktorenzimmer im Bauhaus von Walter Gropius und ein Teppich für ein Kinderzimmer mit Spiel- und Lernmotiven.

Aktuell zeigt das Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung in Berlin eine Sonderausstellung der bekannten Textildesignerin. Sie eröffnet die Reihe „bauhaus weiblich. künstlerinnen am bauhaus“, die sich den bedeutendsten  Bauhäuslerinnen widmet.

Die Bauhäuslerin Benita Koch-Otte, Textilgestaltung und Freie Kunst 1920-1933, Bauhaus-Archiv/ Museum für Gestaltung, Klingelhöferstraße 14, 10785 Berlin, Mi, Do, Fr. 6 € /3 €, Sa, So, Mo 7 €/4 €, Mi-Mo 10:00-17:00 Uhr, bis 27.08.2012

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