Berlin-Women: Margarete Mitscherlich

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Margarete Mitscherlich, geb. Nielsen (1917-2012) ist eine preisgekrönte, deutsche Psychoanalytikerin, Ärztin und Autorin. Berühmt wurde sie mit dem bahnbrechenden Buch, „Die Unfähigkeit zu trauern“, das sie 1967 mit ihrem Mann Alexander Mitscherlich verfasste. Thema ist die mangelnde Bereitschaft, ja Ignoranz der Deutschen, sich mit ihrer national-sozialistischen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Darin vertreten die beiden Autoren die These von den in verdrängter Schuld und Trauer erstarrten Deutschen und vom Menschen als grundsätzlich fehlgeleitete evolutionäre Existenz. Das Buch löste eine weltweite Diskussion aus. Mitscherlich hatte Medizin und Literatur in Flensburg und München studiert. 1950 machte sie ihren Dr. med. und bildete sich danach in Heidelberg, Stuttgart und London in der Psychoanalyse-Praxis aus. Ihre Lehrer/innen waren Vilma Popescu, Felix Schottlaender und Michael Balint. 1955 heiratete sie Alexander Mitscherlich, den sie 1947 kennen gelernt und mit sie einen Sohn hatte. Ab 1960 war sie Dozentin am „Sigmund-Freud-Institut“ in Frankfurt/M. Sie entwickelte weiterhin kontroverse Thesen von der Kultur des Hasses, vom Sinn und Zweck der Vorbilder, von der Opferrolle der Frauen in Politik und Gesellschaft und von der Radikalität des Alters. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie die Herausgabe seiner Zeitschrift „Psyche“. Bis ins hohe Alter hinein praktizierte sie die Psychoanalyse. Margarete Mitscherlich war attraktiv, offensiv, bekennende Feministin und nahm kein Blatt vor den Mund. Sie starb am 12.06.2012 kurz nach ihrem 95. Geburtstag.

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