Berlin-Women: Cato Bontjes van Beek

Berlin-Women

Bild: www.frauen-im-aufbruch-ausstellung.de

Cato Bontjes van Beek (1920-1943) war eine Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Sie stammte aus einer Künstlerfamilie, ihr Onkel war der Worpsweder Maler Otto Modersohn, ihr Vetter der Schriftsteller Christian Morgenstern. Sie ging in Amsterdam und England zur Schule, lernte Segelfliegen, machte 1940 in Berlin eine kaufmännische Lehre und arbeitete dort in der Werkstatt ihres Vaters. Der Keramiker Jan Bontjes van Beek hatte sich zwischenzeitlich von der Mutter, der Tänzerin und Malerin Olga Bontjes van Beek, getrennt. Um ihrer Flugleidenschaft nachgehen zu können, trat Cato dem NS-Segelfliegerverband bei. Das war ihre einzige Verbindung zu NS-Verbänden, denn schon früh richtete sich ihr Denken und Handeln gegen die nationalsozialistische Herrschaft. Im Haus ihres Vaters lernte sie Widerständler und Kritiker der Nazis, darunter die Schriftstellerin Libertas Schulze-Boysen aus dem Kreis der Sowjetanhänger um Harro Schulze-Boysen kennen. Cato half französischen Kriegsgefangenen, und gemeinsam mit ihrem Partner, dem Lyriker Heinz Strelow druckte und verteilte sie Texte und Flugblätter gegen den Krieg und die Unterdrückung. 1942 erhielten Cato und ihr Vater einen Haftbefehl und wurden wegen Hochverrat zum Tod verurteilt. Die Hinrichtung der jungen Widerständlerin fand am 05.08.1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee statt. Ihre Mutter stritt 12 Jahre um die Rehabilitierung der Tochter.