Berlin-Woman regt sich auf: Danke, Kristina, aber emanzipiert sind wir selber!

emanzipierte Unternehmerinnen!

Spielgefährten

Endlich wissen wir, warum Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (*1977) mit der realen Geschlechterpolitik in unserem Land nicht vorwärts kommt. Sie war mit ihrem Buch beschäftigt. „Danke, emanzipiert sind wir selber. Abschied vom Diktat der Rollenbilder“ ist soeben im Piper-Verlag erschienen. Das wäre verzeihlich, könnten wir irgendetwas daraus mitnehmen. Doch alles bleibt beim Alten:

In ihrem Buch „Danke, emanzipiert sind wir selber!“ ruft Kristina Schröder uns Frauen dazu auf, unsere Rollen frei von Zwängen zu wählen. Das propagierte die Frauenbewegung bereits vor 150 Jahren. Schröder aber leitet daraus weder eine Tradition noch ein Programm ab. Ihr Freiheitsbegriff hat nichts mit dem Kampf gegen das wirtschaftliche Ungleichgewicht der Geschlechter zu tun: Frauen im Angestelltenverhältnis verdienen 24 % weniger und Unternehmerinnen 35 % weniger als Männer. Ihr dient er bloß als Absage an einen unzeitgemäßen, ja hinderlichen Feminismus. Schröder, die als erste Ministerin in der Amtszeit ein Kind geboren hat und gleich nach 3 Monaten wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrt ist, mag insofern recht haben, als dass der Feminismus der 1980er Jahre unangemessene 100 % Frauenmacht einforderte. Da steckte er aber noch in den Kinderschuhen. Wie übrigens Kristina auch, die damals auf dem Schulhof Gummi-Twist gespielt haben dürfte. Zwischenzeitlich hat der Feminismus ein professionelles Spektrum an Denk- und Handlungsangeboten entwickelt. Kristina hingegen ist beim Gummi-Hüpfen stehen geblieben. Nach dem Modell „Flexi“ zieht die ausgewiesene Gegnerin der Frauenquote an den Errungenschaften der Emanzipation einfach so lange, bis nichts mehr übrig ist.

Danke Kristina, aber emanzipiert sind wir selber!

Kristina Schröder, Caroline Waldeck: „Danke emanzipiert sind wir selber!“ Piper Verlag, München; 240 Seiten; 14,99 Euro

Kampagne auf „mädchenmannschaft“: Kristina Schröder ist nichtmeineministerin!

9 Gedanken zu „Berlin-Woman regt sich auf: Danke, Kristina, aber emanzipiert sind wir selber!

  1. Wie gerne hätte ich etwas von meiner Haushaltskasse abgeknappst und Ihnen diesen Traum von einer Schürze abgekauft, Frau Schröder!

    Extra 3 in Aktion: Kristina Schröders Buch | EXTRA 3 | NDR

  2. Eben! Emanzipiert sind wir selber!

    Ergo! Wir brauchen keine Leitkuh!

    Nein danke – Frau Schröder – werden Sie selbst erst einmal erwachsen – sie braves, artiges Mädchen…

  3. über Stoiber lachen kann man allemal. Wie über viele seiner Parteigenossen. Aber „Humor“ geht für mich weit darüber hinaus: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ – vor allem über sich selbst.
    Und da ist die Figur „Ernie“ wirklich ein Vorbild. Er lacht über alles mögliche, über sich selbst, über Streiche, die er Bert gespielt hat oder über irgendwas anderes Kurioses im Mikrokosmos Sesamstraße.

    Frau Schröder erinnert mich immer an gewisse Mitschülerinnen aus meiner Gymnasialzeit. Sie zeichneten sich durch verbissene Ernsthaftigkeit aus. Alles, was die Lehrer sagen, wird mitgeschrieben und die Blätter einzeln in Klarsichthüllen sauber abgeheftet. Damit niemand abschreiben kann, wird grundsätzlich die Aktentasche zwischen sich und Nebenmann bzw. -frau gestellt.
    Gelacht wird nur über die Witze der Lehrer, bevorzugt über die schlechten. Ansonsten wird die Zeit mit dem Spinnen von Intrigen, dem Ausspionieren von KonkurrentInnen und dem Anbaggern von männlichen Mitschülern verbracht, die im JU-Vorstand sind und einmal Papis Rechtsanwaltskanzlei oder Zahnarztpraxis erben werden.
    Der Unterschied zwischen diesen meinen ehemaligen Mitschülerinnen und Frau Schröder: sie hat jüngst ein Buch geschrieben: Über die anderen.
    Grüße von Angelika Oetken

  4. Wenn ich Angelika mal zu vor kommen darf..?! Ich find ja das hier sehr amüsant:

    Zitat:
    „Ich habe auf Twitter mitbekommen, dass dazu aufgerufen wurde, zu kommen. Das war schon mit einem gewissen Unterton, so “Wollen wir morgen Abend zu Frau Schröder gehen?”. Da habe ich mir schon gedacht, dass das welche sein werden, die auch ein Bißchen reinrufen. Das habe ich zumindest ans BKA weitergegeben. So zur Sicherheit.”
    Zitat Ende

    Quelle:
    http://www.cduwatch.de/2012/kritik-unerwunscht-kristina-schroder-meldet-andersdenkende-burger-ans-bka/

  5. Hallo Angelika, der Problembär von Stoiber ist auch gut. Hast du auch Lach-Videos über Kristina Schröder, die ja hier Thema ist? Dann schicke sie uns, wir freuen uns darüber.

  6. @ Angelika Oetken

    Stoiber kein Humor?

    Reden wir von derselben Person. Der Typ ist so lustig, der hätte glatt Komiker werden können:

    Eine Kostprobe:

  7. Ich schätze Ernie und Berts subversive Gesellschaftskritik schon seit frühester Jugend. Sie haben es eigentlich nicht verdient mit Frau Schröder, deren hervorstechendstes Merkmal ihr Mangel an Humor ist (da ähnelt sie Herrn Stoiber) auf einer Bühne gezeigt zu werden.

    Ich bin Unternehmerin und schlage Frau Schröder, deren Vita bisher außer Studium und Anstellungen an Uni und im Politbetrieb nichts aufzuweisen hat, was an echte Eigenständigkeit und Risikobereitschaft denken lässt vor, sich bei Gelegenheit als selbstständige Frau zu versuchen.

    In einem Unternehmen, indem sie ein Unternehmen gründet oder sonstwie.

    Und wenn sie da so etwa 7 Jahre lang Erfahrungen gesammelt hat, dann treffen wir uns in trauter Runde zum Austausch.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, die im Übrigen dafür ist Menschen zu fördern anstatt Geschlechter

  8. Danke, liebe Carola, für diesen mal wieder sehr guten Artikel!

    Was ich ja cool und emanzipiert finden würde, wenn Frau Schröder ihre kleine Tochter immer mal zu einer der Tagungen zum Thema Kinderschutz mitnehmen würde. Stattdessen rennt unsere Familienministerin als erste aus dem Saal zur nächsten Veranstaltung zum Wohle der Kinder. Eine Jugendliche kommentierte ihre Rede beim Abschlusskongress zum Nationalen Aktionsplan „Für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2010“ mit dem Satz: „Ich habe mich von Ihrer Rede nicht angesprochen gefühlt.“
    Ich fühle mich von ihrem Buch auch nicht angesprochen.

    Lieben Gruß

    Tanja. tabumove. Kinderschutz+Kunst.

  9. Schröders Denken erinnert mich an die Argumente fundamentalistischer Christen, die gegen die Evolutionstheorie anreden weil sie ja nur eine „Theorie“ sei. Beides zeugt davon, dass der Sprecher nichts begriffen hat.

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