Berlin-Women: Dodo

Berlin-Women

Dodo-Titelblatt: Ulk, Nr. 43, 57. Jg., 26.10.1928

Dörte Clara Wolff, gen. Dodo (1907-1998) ist eine deutsche Künstlerin der Neuen Sachlichkeit. Mit 16 Jahren wählte die Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie den Künstlerinnennamen Dodo. 1923-26 bildete sie sich in der privaten Kunst- und Gewerbeschule Reimann aus und entwarf dann Schnittmuster-Titel für die Seidenweberei Michels & Ci. und die Fritz Gugenheims Engrosgesellschaft. Mit großem Erfolg war sie 1927-1929 beim Illustrirten Wochenblatt „Ulk“ tätig. Sie schuf humoreske Gesellschaftsstudien im Stil der Neuen Sachlichkeit. 1928 gestaltete Dodo die Figurinen und Kostüme der Revue „Es liegt in der Luft“, u.a. für Marlene Dietrich und Margo Lion.  Nach der NS-Machtergreifung und vor ihrer Emigration nach London arbeitete die Designerin ausschließlich für jüdische Publikationen. Dodo hatte ein sehr bewegtes Ehe- und Liebesleben: 1927 heiratete sie den jüdischen Anwalt Hans Bürgner, der sich später maßgeblich für die Opfer des Nationalsozialismus einsetzte. Dann verliebte sich die Mutter von 2 Kindern in den C.G. Jung-Schüler Gerhard Adler. Nach einer Psychoanalyse bei Toni Wolff in Zürich entschied sie sich für eine „ménage à trois“, reichte die Scheidung ein, heiratete Adler 1937, ließ sich 1938 scheiden und heiratete Bürgner ein zweites Mal 1944. Das umfangreiche Werk der Künstlerin wurde von der Sammlerin und Kunsthändlerin Dr. Renate Krümmer wiederentdeckt und ist aktuell in Berlin zu sehen.

Dodo – Ein Leben in Bildern, Kunstbibliothek am Kulturforum, Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin, 6/3 €, Di–Fr 10:00–18:00 Uhr, Sa, So 11:00–18:00 Uhr, bis  28.05.2012

Ein Gedanke zu „Berlin-Women: Dodo

  1. Super, ein informativer Artikel, meinen Dank. Generell finde ich diesen Blog gut zu lesen.

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