Die haben sich geirrt, nicht wir! Bekenntnisse von Margot Honecker heute, 02.04.2012, ARD

Berlin-Mitte, Palast der Republik

2 Jahre ließ Eric Friedler, Leiter der Abtlg. für Sonderprojekte im Dokumentarfilm und Dokudrama beim NDR, nicht locker. Dann bekam er das ersehnte Interview mit Margot Honecker (*1927), ehem. Ministerin für Volksbildung und First Lady der DDR. 20 Jahre hat die Witwe Erich Honeckers (+ 1994) geschwiegen:

Nach dem Fall der Mauer und seinem Sturz 1989 wanderte das Ehepaar Honecker nach Chile aus. Dort lebt die rüstige Sozialistin bis heute und hält starr am SED-Regime fest. Dass sie die sozialistischen Werte: Frieden, Gesundheit und Zukunft vertritt, sollte man ihr nicht verübeln. Doch dass sie keinerlei Zweifel an ihren politischen Methoden und Strategien hegt, entbehrt jeglicher Vernunft. Vom Schicksal ihrer Opfer zeigt sie sich unberührt:  z.B. der Jugendlichen in den Erziehungsanstalten oder der Mauertoten, die „ja nicht über die Mauer hätten klettern müssen“. Hier wäre eben die „Waffengebrauchsbestimmung“ inkraft getreten. Was für ein Mix aus Kleinbürgertum, Hegemonie und sozialistischem Alzheimer! Nach dem Fall der Mauer wurden die Honeckers die „berühmtesten Obdachlosen“ der Geschichte. Asyl fanden sie beim evangelischen Pastor Uwe Holmer in Lobetal/Bernau, dessen Kindern zu DDR-Zeiten das Abitur  verweigert worden war. Holmer schützte das Ehepaar vor wütenden Dorfbewohnern. Dafür hat Margot keinen Dank übrig, sondern glaubt bis heute an den Sieg des Sozialismus: „Die haben sich geirrt, nicht wir.

Der Sturz – Honeckers Ende“, mit einem Interview mit Margot Honecker, Regie: Eric Friedler, ARD, 02.04.2012, 21:00 Uhr, 90 min

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