Sonntag auf Berlin-Woman: Einmal sollte man …

Die blaue Stunde

Jede/r sollte sich hin und wieder eine blaue Stunde leisten. Und da Berlin-Woman zum Frühlingserwachen von  heftigem Fernweh ergriffen ist,  gibt´s heute ein Werk der Exil-Dichterin Mascha Kaléko (1907-1975). Anlaß ist die Neuauflage der äußerst lesenswerten Biographie „Mascha Kaléko“ von Jutta Rosenkranz.

Einmal sollte man seine Siebensachen/Fortrollen aus diesen glatten Geleisen.

Man müßte sich aus dem Staube machen/ Und früh am Morgen unbekannt verreisen.

Man sollte nicht mehr pünktlich wie bisher/ Um 8 Uhr 10 den Omnibus besteigen.

Man müßte sich zu Baum und Gräsern neigen,/ Als ob das immer so gewesen wär (…)

Es gibt beinahe überall Natur, / – Man darf sich nur nicht sehr um sie bemühen –

Und so viel Wiesen, die trotz Sonntagstour/ Auch werktags unbekümmert weiterblühen. (…)

Einmal sollte man …, LSt57, zit. aus: Jutta Rosenkranz, Mascha Kaléko, München 2012, DTV Biografie, ISBN 978-3-423-34671-9, S. 42

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