Was bleibt? Berlin-Woman auf der Berlinale 2012

Berlin-Potsdamer Platz

 Vorsicht! Rund um den Potsdamer Platz taumeln die Cineasten über die Straße. Was interessiert auch ein herannahendes Auto oder gar ein Fahrrad, wenn man(n) auf dem Weg zu einem potentiellen Film-Hit ist? Heute war Berlin-Woman mit dabei und schaute sich den Wettbewerbsbeitrag „Was bleibt“ von Hans-Christian Schmid an:

Das Familiendrama macht dem Titel alle Ehre. Die Söhne eines erfolgreichen Verlegers und seiner psychisch kranken Frau sind auf Besuch. Der eine hat eine süße Freundin und hofft auf eine Super-Karriere als Zahnarzt. Der andere ist Autor, getrennt und reist mit seinem niedlichen Sohn an, der fast den gesamten Film mit seiner komischen Papiermaske rumrennt. Warum, weiss man(n) nicht. Das ist auch schon der einzige rote Faden im Streifen, der sich um das Wirken und Wandeln der Familie mit defekter Mutter dreht. Aber eigentlich wirkt niemand gesünder als das weibliche Familienoberhaupt (Corinna Harfouch). Diese hat ihre Psychopharmaka abgesetzt und offenbar vom Filmgeschehen so sehr die Nase voll, dass sie irgendwann daraus verschwindet. Vater, Söhne, Enkel und angehende Schwiegertochter geraten daraufhin aus den Fugen. Denn der Zahnarzt steht vorm Bankrott, der Vater hat eine feste Freundin, der Autor geht im Wald verschütt … Um alles wieder ins Lot zu bringen, überspringt die Filmerzählung mal eben 12 Monate: Nun ist der Zahnarzt ein glücklicher Schweden-Exilant geworden, der Autor hat sich mit seiner Frau wieder berappelt und der Vater läßt die Mutter für tot erklären. Dank Lars Eidinger wird das Ganze dann doch mehr als eine Groschenheftromanze. Er füllt die Rolle des ältesten Sohns und Autors plastisch aus, seine Darstellung der emotionalen Konflikte und Spannungen überzeugt, seine Sprüche amüsieren. Von daher verzeiht ihm Berlin-Woman auch die kitschige Interpretation von Charles AznavoursDu lässt dich gehn“ durch den Familienchor. Den anderen aber nicht!

Was bleibt, Regie: Christian Schmid, Lars Eidinger, Corinna Harfouch. 15.02.2o12, 09:30 Uhr Friedrichstadtpalast. 16.02.2012, 20:30 Uhr Haus der Berliner Festspiele. 17.02.2012, 21:30 Hackesche Höfe.

Ein Gedanke zu „Was bleibt? Berlin-Woman auf der Berlinale 2012

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