Berlin-Women Exklusivinterview mit Jutta Allmendinger, Teil 2

Berlin-Women

Jutta Allmendinger (* 1956) ist Präsidentin des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung (WZB) und Preisträgerin des Berliner Frauenpreises. Zu Weihnachten schenkt uns die Berlin-Woman ein Exklusivinterview, in dem sie u.a. über die Situation der kreativen Unternehmerinnen spricht. Berlin-Woman sagt herzlichen Dank und postet das Geschenk am Dienstag, den 20.12. und Donnerstag, den 22.12. Teil 2:

 

BW: Sie sind aus beruflichen Gründen nach Berlin gekommen. Fühlen Sie sich in dieser Stadt der großen Chancen aber auch großen Widersprüche schon heimisch?

JA: Es hat etwas gedauert, aber inzwischen geht es mir hier blendend.

BW: Sie haben dieses Jahr den Berliner Frauenpreis bekommen. Der Preis hat eine Dotierung von 2.500 €. Ist das typisch für die Auszeichnung von Frauen, müssen wir auch da an den Katzentisch?

JA: Die Auszeichnung ist wichtig, die Dotierung finde ich zweitrangig. Die Dotierung ist zudem den Finanzverhältnissen der Stadt angemessen. Ich würde mir aber sehr wünschen, wenn dieser Preis vom Regierenden Bürgermeister verliehen würde. Frauenförderung sollte Chefsache und nicht Angelegenheit eines einzelnen Ressorts sein.

BW: Sie forschen am Puls der Zeit: 2009, zur Finanzkrise, haben Sie für die Brigitte eine Studie zur Situation und den Einstellungen junger Frauen gemacht. Was denken Sie über den aktuellen Stand: Halten wir Frauen uns immer noch zu sehr zurück und sind die Männer immer noch zu dominant?

JA: Beides mag im Einzelfall richtig beobachtet sein. Aber das ist mir doch zu sehr eine individuelle Betrachtungsweise. Es geht eher um Strukturen, die verändert werden müssen, das erfahren doch junge Frauen und junge Männer immer wieder. Wir brauchen endlich hervorragende Einrichtungen für Kinder in allen Altersstufen und betriebliche Routinen, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. .

BW: Was ist mit der Quote für Frauen in Führungspositionen? Ist die These von der gläsernen Decke nicht einfach eine Lüge? Wer will, kann aufsteigen und hat Erfolg?

JA: Nun, wäre es Einbildung oder Lüge, so hätten wir mehr Frauen in Führungspositionen. Frauen sind den meisten zu fremd, an der Qualifikation kann es ja schlecht liegen, die ist ja heute von Frauen insgesamt besser als die von Männern. Und auch nicht daran, dass Frauen feige sind. Das stimmt nämlich gar nicht.

Teil 1

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