Exklusivinterview: Berlin-Woman spricht mit Jutta Allmendinger, Teil 1

Berlin-Women

Jutta Allmendinger (*1956) ist Soziologin und Präsidentin des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung (WZB). Die Preisträgerin des diesjährigen Berliner Frauenpreises. Die Berlin-Woman hat für uns ein besonderes Weihnachtsgeschenk: ein Exklusiv-Interview, in dem sie u.a. über uns, die kreativen Unternehmerinnen, spricht. Berlin-Woman sagt herzlichen Dank und postet das Geschenk heute, den 20.12. und kommenden Donnerstag, den 22.12. Teil 1:

BW: Sie sind eine ausgezeichnete Wissenschaftlerin, sind Leiterin des WZB, haben eine überzeugende Ausstrahlung. Wie machen Sie das?

JA: Ich bin neugierig, höre genau hin, kann mich gut konzentrieren, arbeite diszipliniert und kenne meine Grenzen. Ich passe auf mich auf und kann gut entspannen. Vor allem aber werde ich beruflich wie privat wunderbar unterstützt.

BW: Sie haben in den USA studiert und promoviert. Was ist dort anders als in Deutschland?

JA: Damals war ich überrascht über die Nähe zwischen Beruf und Familie. Alles gehörte in ganz anderer Weise als hier zusammen. Die Kleinkinder waren an der Uni, ich wurde ganz selbstverständlich, wie alle anderen auch, in die Privatwohnungen meiner Professorinnen und Professoren eingeladen, man machte und arbeitete viel mehr zusammen als hier. In einem solchen Kontext gelingt die Professionalisierung von Frauen leichter als hier.

BW: Wie ist in Deutschland die Situation für aufstrebende, selbständige und ambitionierte Menschen?

JA: Wir haben wenig soziale Mobilität in Deutschland, weniger als in Vergleichsländern. Querdenker haben es bei uns nicht gerade leicht. Unsere betrieblichen Strukturen und Vorgaben schränken uns allzu oft ein. Es geht uns viel zu selten darum, wie wir hervorragenden Menschen das bieten können, was sie brauchen. Im Gegenteil: Wir geben die Strukturen vor und passen die Menschen ein.

Fortsetzung folgt

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