Kino mit Berlin-Woman: „Halt auf freier Strecke“ oder: keine Angst vorm Sterben

kreative Unternehmerinnen

Auf Andreas Dresen („Halbe Treppe“,  „Sommer vorm Balkon“ und „Wolke ‚109‘“) ist Verlass. Auch sein aktuelles Familiendrama „Halt auf freier Strecke“ hält, was es verspricht. Und ist dabei auch noch komisch:

„Papa stirbst du?“, fragt der 7jährige Mika (Mika Nilson Seidel) den an einem Gehirntumor schwer erkrankten Frank (Milan Peschel). Nach der Bestätigung kommt Mika zum Geschäft: „Krieg ich dann dein Smartphone?“ Diese und viele andere Szenen im neusten Streifen von Andreas Dresen zeigen, dass das Sterben nicht nur hochdramatisch ist. Da wird gespielt, gelacht, geschimpft oder einfach auch nur Alltag gemacht.  In Szenen, die das Spektrum von unerträglicher Anspannung bis zu medidativer Ruhe abdecken, findet die Kommunikation über das Sterben statt: das Paar Frank und Simone (Steffie Kühnert), das mit der unheilbaren Diagnose klarkommen muss und will. Die Kinder Mika und Lilli (Talisa Lilli Lemke), die zusehen, wie ihr Vater körperlich und geistig immer mehr verfällt. Die Kollegen, die Frank gerne so hätten wie immer, und die Freunde und Verwandten, die einen „out of order“-Frank “ nicht mehr kennen. Oft fehlen die richtigen Worte, ganz normale Handlungen werden absurd, und mittendrin sind Frank und sein Tumor.  Letzterer hat eine eigene Rolle, tönt dreist in der Harald-Schmidt-Show herum, schleicht sich in die Radionachrichten ein, drängelt sich in die kleinen Smartvideos von Frank und macht sich auch noch auf dem Sterbebett breit.  „Mama,“ ruft Lilli. Simone kommt, Frank röchelt zweimal, sie nimmt seine Hand und dann ist´s vorbei.  Simone öffnet das Fenster. Damit Franks Seele in die Winterlandschaft hinausfliegen kann. Dann sagt Lilli: „Ich muss zum Training“. Fin

Halt auf freier Strecke

Halt auf freier Strecke in den Berliner Kinos

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