Kino mit Berlin-Woman: „der Gott des Gemetzels“ oder Kinder und Hamster vor!

kreative Unternehmerinnen

Roman Polanski, der immer noch wegen sexuellem Missbrauchs nicht in die USA einreisen darf, hat seinen neuen Film in Paris gedreht. „Der Gott des Gemetzels“, nach einem Theaterstück von Yasmina Reza, offenbart uns die Abgründe menschlicher, ehelicher und gesellschaftlicher Beziehungen. Ein unendliches Thema, dessen unendliche Varianten das große Spiel des Lebens ausmachen. Wer der Realität ins Auge zu schauen wagt, sollte den Streifen nicht verpassen:

Als Nancy Cowand (Kate Winslet) die wertvollen Coffeetable-Kunstbücher von Penelope Longstreet (Jodie Forster) vollkotzt, bricht das Eis endgültig. Davor bemühen sich die beiden Ehepaare Longstreet und Cowand sichtlich, den handgreiflichen Streit zwischen ihren kleinen Söhnen friedlich zu klären. Man(n) gibt gemeinsam eine schriftliche Erklärung ab und isst einen selbstgebackenen Apfel-Birnen-Crumple. Aber dann tun sich die Abgründe auf: Der smarte Alan Cowand (Christoph Waltz) entpuppt sich als eiskalter Anwalt eines Pharmakonzerns, der ein schädliches Schmerzmittel unbedingt auf dem Markt halten will und pausenlos Handy-Gespräche führt. Seine Frau, die liebliche Anlagenberaterin Nancy, ist ein frustriertes Nervenbündel, die sich nach ihrer Kotzerei immer mehr gehen lässt und ihren gewalttätigen Sohn verteidigt. Der verständnisvolle Eisenwarenhändler Michael Longstreet (John Riley) ist ein notorischer, kleinkarierter Hamsterquäler und träumt von seiner Vergangenheit als jugendlicher Gangleader. Und die emanzipierte Schriftstellerin Penelope schreit hysterisch die ungerechte Welt zusammen. Die Vier verstricken und verbünden sich in immer neuen Konstellationen: z.B. die Männer in ihrer Begeisterung für Gang-Prügeleien und Zigarren, die Frauen in ihrer gehässigen Freude über Alans nerviges Smartphone, das Nancy in die Blumenvase schleudert. Die Ehe der beiden Paare ist zerrüttet, ihre Erziehungsversuche sind gescheitert, wie ebenso der Versuch, irgendetwas Sinnvolles zur Menschheit beizutragen. Schließlich findet man(n) sich nur noch in der gemeinschaftlichen Überzeugung von einem unerträglichen Leben, auf das großzügig eine Flasche Scotch geleert wird. Die Schluss-Szene zeigt die Söhne Longstreet und Cowand, die sich derweil längst wieder vertragen haben. Und auch der von Michael ausgesetzte Hamster fristet ein glückliches Leben in Freiheit. Wie meine Mutter schon immer zu sagen pflegte: Kinder und Hamster vor!

„Der Gott des Gemetzels“, Trailer

„Der Gott des Gemetzels“in den Kinos in Berlin

Ein Gedanke zu „Kino mit Berlin-Woman: „der Gott des Gemetzels“ oder Kinder und Hamster vor!

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