Sonntag auf Berlin-Woman: Der Falbenclub von Cora Fritz, Teil 6

Die blaue Stunde

Am Sonntag gibt´s hier auf Berlin-Woman immer etwas Besinnliches: Texte, Gedichte, Träumereien.  Denn jede/r sollte sich mal eine blaue Stunde leisten. Aktuell haben wir eine 6-teilige Erzählung der Autorin und eingefleischten Clubkennerin Cora Fritz. Ihr gehören die Nacht- und Nebelstunden und der frühe Morgen, wenn sich der dunkle Berliner Himmel rötlich färbt.  Hier nun „Der Falbenclub„. Teil 6:

Kalt ist´s. Und ich muss Pipi. Ich flattere zum Klohäuschen. Lasse die Michaels, die Hypochonder, die Lügen und das Tigerfell. Da sind die Schaukeln. Ich setze mich auf eine und schwinge langsam hin und her. Ich liebe Schaukeln. Hat Effie Briest nicht die letzten Jahre bei ihren Eltern auf dem Gut im Brandenburgischen schaukelnder Weise verbracht? Es war ihre Kinderschaukel. Effie ist dann auch am gebrochenen Herzen gestorben. Ich schaukle höher und höher. Der Mond hinter Wolken, die den Nachthimmel dunkel bedecken. Ich schaukle, schaukle höher und höher. Und auf einmal ist es da. Ich spreize meine Flügel und strecke meinen schönen roten Falbenkörper in den Himmel hinein. Ich fliege, fliege, fliege zum Mond.

Ach weißt du, Tango ist eigentlich  doch ganz schön. Fin

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

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