Berlin-Women: Helen Ernst, Antifaschistin!

Berlin-Women

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Aus aktuellem Anlass küren wir heute eine deutsche Antifaschistin, die Künstlerin Helen Ernst, zur Berlin-Woman der Woche: Helen Ernst (1904-1948) ist eine antifaschistische Zeichenlehrerin, Mode- und Pressezeichnerin und Grafikerin. Sie war das uneheliche Kind des Konsulatssekretärs Otto Ernst und dessen Hausangestellter Bernhardine Ebermann. Nach dem Schulbesuch in Zürich, Stuttgart und Berlin studierte Helen Ernst 1921 an der Berliner Kunsthochschule und 1926 Modezeichnen und Kostümentwurf an der Berliner Reimann-Schule. Mit der Weltwirtschaftskrise erwachte ihr politisches Interesse. Sie wurde Mitglied der KPD und der ASSO, arbeitete für die Rote Hilfe, zeichnete für die Rote Fahne und die Illustrierte Rote Post. Zu ihrem Freundeskreis zählten die linken Kreativ-Promis Lea und Hans Grundig, Hans Bluschek, Joachim Ringelnatz und Ernst Jünger. Unter den Nazis wurde Helen Ernst verhaftet und kam in das Berliner Frauengefängnis in der Barnimstraße. 1934 emigirierte die Künstlerin in die Niederlande und kämpfte von dort aus gegen die Nazis, u.a. mit den Widerständlern um Karl Otto Paetel und mit ihrer Beteiligung an einer Protestausstellung gegen die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. 1938 erfolgte die Aberkennung ihrer deutschen Staatsbürgerschaft, 1940 ihre Deportation nach Deutschland. Bis 1945 war sie im Konzentrationslager Ravensbrück und im Außenlager Barth, Mecklenburg inhaftiert. 1946/47 entstand eine Serie mit Bleistiftzeichnungen zum Leben im KZ. Nach dem Krieg arbeitete sie im Landesausschuss für die Opfer des Faschismus. Sie starb 1948 an den Folgen ihrer langjährigen Haft. Hans Grundig bezeichnete sie als „zerbrechliches Menschenkind“.

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