Sonntag auf Berlin-Woman: Der Falbenclub von Cora Fritz, Teil 5

Die blaue Stunde

Am Sonntag gibt´s hier auf Berlin-Woman immer etwas Besinnliches: Texte, Gedichte, Träumereien.  Denn jede/r sollte sich mal eine blaue Stunde leisten. Aktuell haben wir eine 6-teilige Erzählung der Autorin und eingefleischten Clubkennerin Cora Fritz. Ihr gehören die Nacht- und Nebelstunden und der frühe Morgen, wenn sich der dunkle Berliner Himmel rötlich färbt.  Hier nun „Der Falbenclub„. Teil 5:

Szenenwechsel auf der Tanzfläche. Dort zirkeln nun sehr elegante Falbinnen und sehr südamerikanische Männchenfalben ihren Tango ab. Das sind, so meine Begleiterin, die argentinischen Tangofalben. Toll sieht das aus: Eine argentinische Tigerfalbin windet sich um einen „Che Guevara“-Falben. Die Musik stoppt, jemand hat Geburtstag. Der fliegt eine stolze Runde allein mit gespreizten Flügeln und wird dann von vielen Frauchen aufgefordert. Dann kommt ein Männchen hinzu. Wie aufregend, die beiden tanzen kraftvoll und sinnlich miteinander, wow, echt was fürs Auge.  Kalt ist´s. Der Tango ist eine Seifenblase, eine Illusion und eine Lüge. Wer gerne lügt, mag Tango. Der dritte Michael flattert zu uns. Unter seinem Strickkopfputz lächelt er mir zu, als ich sage, dass ich selten so vielen Falbenneurosen am Stück begegnet wäre. Später tschilpt der vierte Michael davon, dass er seit 31 Jahren, was sein ganzes Leben ist, auf einem Baum in Berlin-Mitte wohnen würde. Komm doch morgen auch, wir tanzen in der „Gleiswildnis“ im neuen Park am Gleisdreieck, sagen sie. Kalt ist´s …

Fortsetzung folgt

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

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