Sonntag auf Berlin-Woman: Der Falbenclub von Cora Fritz, Teil 3

Die blaue Stunde

Am Sonntag gibt´s hier auf Berlin-Woman immer etwas Besinnliches: Texte, Gedichte, Träumereien.  Denn jede/r sollte sich mal eine blaue Stunde leisten. Aktuell haben wir eine 6-teilige Erzählung der Autorin und eingefleischten Clubkennerin Cora Fritz. Ihr gehören die Nacht- und Nebelstunden und der frühe Morgen, wenn sich der dunkle Berliner Himmel rötlich färbt.  Hier nun „Der Falbenclub„. Teil 3:

Tango, das ist nicht mein Tanz. Da stecken die Falben die Köpfchen zusammen, Wange auf Wange, umklammern sich mit ihren Flügeln und knoten ihre Krallen ineinander. Das sieht total verliebt aus. Aber genau mit dem letzten Ton der sehnsuchtsvollen Musik driften sie auseinander, stelzen herum wie auf einer steifen Cocktail-Party, tschilpen über die Tanzschritte, die U-Bahn, das Wetter und so. Die Liebe: zerronnen. Das könnte ich nicht, ich kann nur mit dem fliegen, den ich wirklich liebe. Aber das ist es ja gerade, pipst meine schöne Begleiterin, man versinkt im Tanz und ist während dessen verliebt. Es ist wie eine Droge. Die Schöne hat mal sieben Wochen am Stück in Buenos Aires Tango getanzt und das ging so: schlafen, essen, dann in die Milongas geflogen und tanzen, tanzen, tanzen. So manche der Falbenclubber sehen so aus, als würden sie das schon seit Jahren machen. Verblichenes Gefider, rot unterlaufene Augen. Die Schöne und einer der vier Michaels hocken neben mir …

Fortsetzung folgt

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

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