Sonntag auf Berlin-Woman: Der Falbenclub von Cora Fritz, Teil 1

Die blaue Stunde

Am Sonntag gibt´s hier auf Berlin-Woman immer etwas Besinnliches: Texte, Gedichte, Träumereien.  Denn jede/r sollte sich mal eine blaue Stunde erlauben. Heute starten wir eine 6-teilige Erzählung der Autorin und Nachtschwärmerin Cora Fritz. Cora ist eine eingefleischte Clubkennerin, ihr gehören die Nacht- und Nebelstunden und der frühe Morgen, wenn sich der dunkle Berliner Himmel rötlich färbt.  Letzte Woche haben wir sie begleitet, aber davon später. Hier erst einmal ihre Story „Der Falbenclub“. Teil 1:

Ich segle aus, in den Falbenclub. Er ist erst vor 4 Wochen eröffnet worden und ein Geheimtipp. Der Club liegt direkt an der Spree mit Blick auf Fabrikgebäude am gegenüberliegenden Ufer. Am Boden aufgeschüttet weicher, weißer Sand. Palmen. Sofort fliegen 4 Falbenmännchen auf mich. Sie heißen, wie hießen sie denn gleich? Michael, pipst meine schöne Begleiterin, jede hatte doch schon mal einen Michael. Okay, dann heißen sie so. Der eine liebt das Parkett, der andere alle Falbinnen der Welt, der dritte lebt auf einem Baum und der vierte zirpt mir Antikenzitate ins Ohr. Es wird eine rauschende Nacht, Coke & Champagner, Kisses & Compliments, ich gleite über und unter Flügel, Federn überall, ich komme voll auf meine Kosten. Ich bin die Falbenkönigin. Ich soll, so tschilpen alle vier Michaels im Chor und bei Sonnenaufgang, heute Abend wiederkommen. Ich soll es ihnen versprechen, sie warten auf mich im Falbenclub. Der wird dann woanders stattfinden. Er ist, wie der Name schon sagt, ein Flying Club. Ja, ja, sage ich zerstreut und putze mein prächtiges Gefieder.

Fremder, glaube kein Wort … Fortsetzung folgt

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

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