Künstlerinnen an die Macht: Kunst von Frauen im Bundestag, Nr. 7

Berlin-Mitte

Gundula Schulze Eldowy auf der Ausstellungseröffnung, Foto: Berlin-Woman

Heute geht es mit der Serie “Künstlerinnen an die Macht“ weiter: Der Kunst-Raum im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus wurde zum Parlamentsumzug von Bonn/Berlin im Jahr 2005 installiert. Mit seinen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, insbesondere der Künstler/innen aus der Sammlung der BRD, steht er für den verstärkten Dialog zwischen Kunst und Politik. Aktuell zeigt die ostdeutsche Fotografin Gundula Schulze Eldowy (* 1954) eine Werkübersicht.

Gundula Schulze Eldowy, die an der Berliner Fachschule für Werbung und Gestaltung ausgebildet wurde, machte sich mit großen Serien aus der Zeit vor und nach dem Fall der Mauer einen Namen. Ihre Bohèmiens, Transvestiten, Homosexuellen, Alkoholiker, körperlich und seelisch nicht „normgerechten“ DDR-Bürger/innen waren das Gegenbild des offiziellen sozialistischen Lebens. Dieser unverblümte Blick auf die gesellschaftlichen Randgruppen erinnert an den der berühmten US-Fotografin Diane Arbus. Eine Diashow in der Ausstellung im Kunst-Raum gibt Einblick in diese frühen Serien. Der Fokus der Ausstellung richtet sich jedoch auf die Zeit nach 1989. Und die dazugehörigen Bilder könnten kaum einen krasseren Gegensatz zum Frühwerk bilden. Die Motive stammen von den ausgedehnten Reisen der Künstlerin: byzantinische Mosaike aus Istanbul, Gemäldefotos aus New York und Porträts von Grabmedaillons aus Moskau. Vergoldungen,  Überblendungen und das überdimensionale Format machen die Fotos zu wunderschönen Gemälden. Sie versetzen uns in die Sphäre von Religion, den Alten Meistern und Todessehnsucht, sie locken mit der „Flucht“ aus den harten Realitäten des kapitalistischen Deutschlands. Aber Berlin-Woman verlässt die Ausstellung mit der Frage, ob nicht gerade unsere wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse wieder einer sozialkritischen Fotografie bedürfen.

Gundula Schulze Eldowy, Verwandlungen: Fotografische Serien nach 1990, Kunst-Raum des Deutschen Bundestages. Den letzten beißen die Hunde. Eine Fotoinstallation der Wendezeit, Mauer-Mahnmal im Deutschen Bundestag, Kunst-Raum im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Zugang über die Spree-Uferpromenade Schiffbauerdamm, 10117 Berlin, Di-So 11:00-17:00 Uhr, Eintritt frei, bis 11.01.2012

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