Aus aktuellem Anlaß: Die Päpstin Johanna

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Aus Anlass des aktuellen Papstbesuches: Benedikt XVI. hat sich gestern überraschend mit Missbrauchopfern durch Priester und kirchliche Mitarbeiter getroffen. Auch ruft er zur Marienverehrung auf – immerhin eine Frau. Auf die Anerkennung der Päpstin Johanna, Giovanni Femina, Jutta, Gilberta, Agnes, Glancia müssen wir allerdings weiter warten:

Die Existenz der Päpstin Johanna (* im 9. Jh. auch Johannes Anglicus, Giovanni Femina, Jutta, Frau Jutte, Gilberta, Agnes oder Glancia genannt) hat sich seit dem 13. Jahrhundert überliefert. Die Päpstin wird in der Chronik der Päpste als „Scotus A.D. 854, Lotharii 14, Johanna, eine Frau, Nachfolgerin von Leo, 2 Jahre, 5 Monate und 4 Tage im Amt“ erwähnt. Die Gemblour´s Chronik berichtet noch ausführlicher, „dass dieser Johannes eine Frau gewesen und von einem ihrer Diener geschwängert worden sei. Die Päpstin, in andere Umstände geraten, brachte ein Kind zur Welt, weswegen sie von einigen nicht mit zu den Pontifizes gezählt wird.“ Die Geistliche soll entweder aus Mainz oder aus England stammen, von ihrem Vater sehr gut ausgebildet worden sein und dann in Athen studiert haben. Ihre Bibelkenntnisse müssen enorm gewesen sein. Bevor sie im September 855 Papst Leo IV. nachfolgte und sich Papst Johannes VIII. nannte, gab sie sich als Mönch aus. Die Täuschung flog auf, als die Schwangere bei einer Prozession durch Rom Geburtswehen bekam. Sie soll auf der Straße zwischen Lateranpalast und der St. Clemens-Kirche gestorben sein. Ein hohes Kirchenamt war für Frauen im Mittelalter keine Seltenheit. Deutsche und französische Äbtissinnen übten die Ordenskontrolle aus und trugen den Titel „Sacerdos Maxima“ (Hohepriesterinnen). Bis heute streitet die katholische Kirche die Existenz der Päpstin Johanna ab.

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