Kunst und Gewalt: Zeitenwende. Künstlerische Positionen zu 10 Jahren 9/11

Berlin-Mitte

Barbara Duisberg, New York 9/11, 2011

Der Terroranschlag auf das World Trade Center (NY) jährt sich zum 10. Mal. Die Medienbilder dieses einschneidenden Ereignisses haben sich uns eingebrannt. Aus diesem Anlass zeigen 11 Künstler/innen im Foyer des ARD Hauptstadtstudios ihre Arbeiten, die Macht und Gewalt zum Thema haben. 5 Künstlerinnen (knapp 50 % Frauenquote) sind dabei.

Im Entrée leuchten die großformatigen „Presse-Ikonen“ von Barbara Duisberg. Sie sind aus dem Kontext herausgelöste Fotomotive in verhaltener Farbigkeit auf Goldgrund: Eine alte irakische Frau präsentiert stolz die Stempelfarbe an ihrem Zeigefinger, die ihre Wahlbeteiligung beweist (Bagdad 2010).  Und wie aus dem goldenen Nichts kommen die Helden von 9/11, die Firefighter, auf uns zu (New York 9/11, 2011).  Auf den Galerien verteilt sich der Zyklus von Marius Heckmann (Fading, 2005-2011).  Der Künstler bezieht sich auf die mit dem World Press Award ausgezeichneten Aufnahmen von Menschen, die sich freiwillig vom zerstörten World Trade Center in den Tod stürzten. Heckmann hat jene in der Öffentlichkeit tabuisierten Szenen reaktiviert. Insgesamt eröffnet die Ausstellung, wie vielfältig und kontrovers die Ästhetik von Macht und Gewalt bis hin zum Tod wirken kann: Screenshots harmloser Landeanflüge  rufen kollektive Erinnerungsbilder von 9/11 wach (Monika Anselment, Le Cauchmar de M.A. – Le Cauchmar des USA, 2002).  Die Ornamentik der afghanischen Teppichkunst verarbeitet Kriegs- und Machtsymbole (Till Ansgar Baumhauer, Adler, 2011, Kriegsteppich um 1980).  Slogans aus Strass und LED-Lichtern, wie  „I don´t give a fuck“ u.a.  „beleuchten“ das Desinteresse und Klischeedenken gegenüber politischen Weltereignissen (Katharina Arndt). Und deutlich sehen wir den US-Präsidenten GW Bush, der von den Ereignissen von 9/11 hoffnungslos überfordert ist (Jens Kloppmann, 6:57 P.M., 2011). Kunst rettet kein Leben, Kunst macht aber Hoffnung.

ARD Hauptstadtstudio, Wilhelmstr. 67a, 10117 Berlin. Bitte melden Sie sich an oder erfragen Näheres unter 030 / 22 88-11 00,  Fax: 030 / 22 88-11 09 oder kommunikation@ard-hauptstadtstudio.de

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