Berlin-Women: Zwei Marien. Zwei Initiativen. Das feministische Berlin und das frauenbewegte Krakau, Teil 4

Heute ist wieder Iwona Dadej bei uns zu Gast. Sie promoviert an der FU Berlin über die polnische und deutsche Frauenbewegung um 1900. In 6 exklusiven Berlin-Women Folgen berichtet sie über „Zwei Marien. Zwei Initiativen„:

Persönlich sind sie sich höchstwahrscheinlich nie begegnet. Sicherlich aber haben sie sich gegenseitig zur Kenntnis genommen und vermutlich auch geschätzt. Die eine Maria verbrachte ihr ganzes Leben in Berlin; die zweite Maria machte die Stadt Krakau (Kraków) in Polen zum Mittelpunkt ihres Lebens. Beide haben sich für ihre jeweilige Heimatstadt verdienstvoll eingesetzt. Was haben die beiden Marien gemeinsam, außer ihrem biblischen Namen?

4. Die Berliner Bibliothek zur Frauenfrage: eine Adresse für frauenbewegte Bücherwürmer

Noch vor 100 Jahren war es völlig ungewöhnlich, dass die Kund/innen in einer Bibliothek von einer sachkundigen Frau bedient und beraten wurden. Die Bibliothek zur Frauenfrage,  die auf Initiative von Maria Lischnewska 1896 in Berlin gegründet wurde, bot interessierten Frauen diese Gelegenheit und darüber hinaus, sich Bücher und Romane rundum die Frauenfrage zu entleihen. Das ständig wachsende Bücherangebot der Bibliothek war heterogen: Von Schriften der Klassikerinnen der deutschen Frauenbewegung wie Hedwig Dohm,  über Übersetzungen der europäischen Schriften zur Frauenfrage bis hin zur allgemeinen Literatur. Es gab auch Zeitschriften der Frauenbewegung. Die Bibliothek war allen Berlinern und Berlinerinnen zugänglich. 1909 wurden ihre ca. 1.300 Titel in die Berliner Stadtbibliothek eingegliedert. Im II. Weltkrieg ging der Gesamtbestand verloren. Parallel zur Entwicklungsgeschichte der Bibliothek zur Frauenfrage entstanden die ersten Ausbildungskurse für Bibliothekarinnen. Der Beruf der Bibliothekarin war geboren – die gebildete, geduldige und engagierte Hüterin von Geschichte(n), Kultur und WissenFortsetzung folgt.

Iwona Dadey, FU Berlin

Iwona Dadey, WZB

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