Künstlerinnen an die Macht: Kunst von Frauen im deutschen Bundestag, Nr.5

Berlin-Mitte

Angela Bulloch, Seats of Power-Spheres of Influence, 1998/2001, Foto: Berlin-Woman

Auch die BRD ist Sammlerin und Auftraggeberin. Unter ihren 111 Künstlern für “Kunst am Bau” der Regierungsgebäude sind 8 Frauen (7 % Frauenquote) verzeichnet. Ihnen gilt die aktuelle Berlin-Woman-Serie “Künstlerinnen an die Macht“.

Schaut frau vom „Elisabeth-Lüders-Haus“ zum Parlamentsgebäude „Paul-Löbe-Haus“ hinüber, so leuchten am Südeingang oberhalb der Cafeteria (mit den kleinen bunten Lampen) einzelne große Kugellampen in den Primär- und Sekundärfarben auf und erlöschen nach einer Weile wieder. Das geschieht wechselweise in Rot, Gelb, Blau, Grün, Orange, Violett und Grau, ohne ein nachvollziehbares Regelsystem. Erst unter Einbezug der darüber liegenden Etage erschließt sich die Installation der Konzeptkünstlerin Angela Bulloch (*1966), die Berlin-Woman im Rahmen des Kunstpreises „Vattenfall Contemporary“ vorgestellt hat. Dort vor dem Sitzungssaal des Ausschusses für Angelegenheiten der Europäischen Union befinden sich Polsterbänke in den Farben der Kugelleuchten. Nimmt ein/e Politiker/in auf den „Seats of Power“ Platz, leuchtet analog dazu die entsprechende Lampe auf. Ein Zufallsgenerator läßt die Leuchten auch aufbrennen, wenn die Sitze länger nicht besetzt sind. Die Interaktion zwischem dem/r Entscheider/in auf der Bank und dem/r Betrachter/in wird bewußt erschwert. So verspielt sich diese Installation zeigt, so ernsthaft hinterfragt Angela Bulloch damit Handlungs- und Entscheidungsprozesse. Wer entscheidet was und für wen, wer darf diese Entscheidung nachvollziehen und verstehen?  Die großen bunten Lampen und die eleganten Sitzmöbel ermahnen zu einem respektvollen und bewußten Umgang mit der Macht, die auch Teil der Demokratie ist.

Paul-Löbe-Haus, Konrad-Adenauer-Straße 1, 10557 Berlin

öffentliche Führungen

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