Berlin-Women: Zwei Marien. Zwei Initiativen. Das feministische Berlin und das frauenbewegte Krakau, Teil 3

Berlin-Women

Heute ist wieder Iwona Dadej bei uns zu Gast. Sie promoviert an der FU Berlin über die polnische und deutsche Frauenbewegung um 1900. In 6 exklusiven Berlin-Women Folgen berichtet sie über „Zwei Marien. Zwei Initiativen„:

Persönlich sind sie sich höchstwahrscheinlich nie begegnet. Sicherlich aber haben sie sich gegenseitig zur Kenntnis genommen und vermutlich auch geschätzt. Die eine Maria verbrachte ihr ganzes Leben in Berlin; die zweite Maria machte die Stadt Krakau (Kraków) in Polen zum Mittelpunkt ihres Lebens. Beide haben sich für ihre jeweilige Heimatstadt verdienstvoll eingesetzt. Was haben die beiden Marien gemeinsam, außer ihrem biblischen Namen?

3. Die Berliner Bibliothek zur Frauenfrage: eine Adresse für frauenbewegte Bücherwürmer

Denkt ihr bei den prosaischen Tätigkeiten des alltäglichen Lebens eigentlich daran, dass sie erst seit geraumer Zeit so selbstverständlich sind? Noch vor 100 Jahren waren sie unkonventionell, ja sie überschritten die Normen des gesellschaftlichen Lebens. Nehmen wir diese Situation: Eine Frau geht in die Bibliothek, um sich Sachbücher oder Romane zu holen. Dort wird sie von einer anderen sachkundigen Frau bedient und beraten. Damals war eine Frau hinter der Theke des Büchertempels eine „Anormität“ für die streng konservativen Bürger und Bürgerinnen. Die Idee der Frauenbibliothek beschrieb Maria Lischnewska in einem Artikel: „Wir brauchen eine Bibliothek für die Frauenfrage, und die Reichshauptstadt müßte sie schaffen. Diese Bibliothek denke ich mir als eine Sammelstätte für alles, was Deutschland und das Ausland an bedeutenden Leistungen auf dem Gebiete der Frauenfrage hervorgebracht haben und noch hervorbringen (…) Die Bibliothek würde der Frauensache der Gegenwart einen großen Dienst leisten. Sie würde uns befähigen, sicherer zu urteilen und konsequenter vorwärts zu schreiten.“ Die Bibliothek zur Frauenfrage in Berlin wurde im November 1896 gegründet und gehörte zum Verein Frauenwohl in der Potsdamer Str. 39, später der Alten Jacobsstr. 20/21. Fortsetzung folgt.

Iwona Dadey, FU Berlin

Iwona Dadey, WZB

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