Darf ich Sie zeichnen? Berlin-Woman im Gespräch mit der Künstlerin und Autorin Susanne Schirdewahn

kreative Unternehmerinnen

Susanne Schirdewahn, die Sängerin und Musikerin Caro Kunde, Foto: SSch

In der vergangenen Woche hat sich die Künstlerin und Autorin Susanne Schirdewahn auf Berlin-Woman vorgestellt. Heute geht es um ihr spannendes künstlerisches Produkt „Darf ich Sie zeichnen?“, mit dem sie uns im Interview restlos überzeugt:

BW: Deine Serie „Darf ich Sie zeichnen?“ läuft seit einem Jahr erfolgreich im Feuilleton der Berliner Zeitung. Welche Rolle spielt das Projekt, das aus Interview und Porträtmalen prominenter Zeitgenossen besteht?
SSch: „Darf ich Sie zeichnen?“ steht für mein künstlerisches Gesamtprogramm. Ich befinde mich an der Schnittstelle von Zeitung, Porträt-Modell und den Wirkungsbereichen, aus denen er/sie kommt. Die verschiedenen Medien faszinieren mich, ich möchte sie vereinen.

BW: Was bist du: Malerin, Autorin, Journalistin, Multiplikatorin?
SSch: Ich bin Künstlerin. Als studierte Theaterregisseurin interessiert mich das Leben, wie es sich gestaltet und inszeniert. Ich suche die Binnenschau. Ich will wissen, was hinter der Fassade ist. Ich sehe das Zwischenmenschliche, das Wechselspiel zwischen den Menschen. Das alles kommt beim Malen heraus. Und wenn wir dabei ein Gespräch führen, werden die Worte zur Farben. Auch wenn es wie ein Klischee klingt: mich interessiert der Mensch! Bei den Porträtsitzungen sammle ich Stoff für meine Texte. Es greift alles ineinander.

BW: Sind deine Porträts dann noch Porträts?
SSch: Sie sind, wie soll ich das beschreiben, Mitbewohner. Sie setzen etwas in Gang, man muß sich mit ihnen auseinandersetzen. Ein Beispiel: Ein Paar hat sich die Porträts von Geburtstagsgästen schenken lassen. Sie haben sich sehr über die Bilder gefreut und sie an einem zentralen Ort aufgehängt. Die Mutter der Frau aber fand ihre Tochter zu dünn. Dabei habe ich das Wesen der jungen Frau gemalt, das eben so schlank war. Ich halte etwas fest, das  zwar im Moment verankert jedoch von Dauer ist. In 10 Jahren sieht man vielleicht anders aus: dicker, älter, kränker. Ich aber male das, was bleibt. Ich male das Einzigartige, Unverwechselbare. Ich male gegen die Verflachung von dem an, was man heute unter Gesicht versteht: ohne Regung, ohne Spuren. Ich male gegen die Ängste der Auftraggeber vor Alter, Verfall und Unattraktivität an. Und dabei wird die Haut eben auch mal blau und nicht fleischfarben, wie es alle erwarten. Ich bin eine nachhaltige Künstlerin.

BW: Wie gehst du an deine Aufträge heran?
SSch: Bei den Prominenten bereite ich mich so vor, dass ich ihre Filme, Kunst, Texte anschaue. Ich recherchiere sehr viel im Internet. Dann präpariere ich das Interview, das den Rahmen für die Porträtsitzung bildet. Mit anderen Auftraggebern wähle ich Fotos aus. So erfahre ich, wie sie sich selbst sehen und gesehen werden wollen. Wir unterhalten uns vor, während und nach der Porträtsitzung. Ich möchte meine Modelle leuchten lassen, ja, sie sollen durch ihre Worte und durch die Farbe leuchten. Im Porträt recyclen wir unser Zusammensein und schaffen eine neue Existenz. Etwas, das größer als wir selbst ist. Es ist eine Win-Win-Situation für uns beide, wir gestalten unsere eigene Begegnung.

BW: Du machst nicht nur Porträts von lebenden Zeitgenossen …
SSch: Ja, ich male auch großformatige Gemälde und gestalte Objekte aus Alltagsmaterialien. Die Plastiken sind meine „Kopfgeburten“, skurrile Büsten, die sich auf aktuelle gesellschaftliche, politische und sonstige Ereignisse beziehen. Es sind moderne Totems. Sie bereiten mir große Freude, ich liebe ihre Theatralik. Dann stehe ich z.B. vor einem Kopf, den ich mit einer Plastiktüte gestylt habe, lache und sage ihm ins Gesicht: „Du bist doch nur eine Tüte.“ Die Totems stelle ich gerade im Kunstsalon beim Kunstkontakter aus. Und meine Gemälde sind in der Ausstellung „Liebe, Poesie und Revolution“ in der Galerie Michaela Helfrich zu sehen. Dort kann man mich gerne treffen, persönlich sprechen und mich für private, halböffentliche oder öffentliche Porträtsitzungen buchen. Hier sind meine Daten:

Aktuelle Ausstellungen:

Darf ich Sie zeichnen? Berliner Zeitung

Susanne Schirdewahn

Ein Gedanke zu „Darf ich Sie zeichnen? Berlin-Woman im Gespräch mit der Künstlerin und Autorin Susanne Schirdewahn

  1. Hallo guten Tag Frau Schirdewahn, habe mit Interesse Ihren Artikel gelesen, sie haben einen schönen Beruf. Ich suche für meinen individuellen Laden immer mal neue Ideen, um den Kundinnen etwas Neues zu bieten. Nun überlege ich, ob es umsetzbar ist,wenn Sie meine Kundin beim zuschauen( während der Events) zeichnen würden, gegen Honorar. Wie denken Sie darüber?
    Vielleicht melden Sie sich mal telefonisch?
    besten Dank und anziehende Grüße
    Lilo Rödder

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