Berlin-Women: Zwei Marien. Zwei Initiativen. Das feministische Berlin und das frauenbewegte Krakau, Teil 2

Berlin-Women

 

 

Heute ist wieder Iwona Dadej bei uns zu Gast. Sie promoviert an der FU Berlin über die polnische und deutsche Frauenbewegung um 1900. In 6 exklusiven Berlin-Women Folgen berichtet sie über „Zwei Marien. Zwei Initiativen„:

Persönlich sind sie sich höchstwahrscheinlich nie begegnet. Sicherlich aber haben sie sich gegenseitig zur Kenntnis genommen und vermutlich auch geschätzt. Die eine Maria verbrachte ihr ganzes Leben in Berlin; die zweite Maria machte die Stadt Krakau (Kraków) in Polen zum Mittelpunkt ihres Lebens. Beide haben sich für ihre jeweilige Heimatstadt verdienstvoll eingesetzt. Was haben die beiden Marien gemeinsam, außer ihrem biblischen Namen?

2. Fräulein Maria aus der Spitalstraße in Krakau

Heute ist die zweite Maria an der Reihe. Die Krakauerin Maria Siedlecka (1856-1942). Siedlecka, ebenfalls Lehrerin, brachte ihre tagtägliche Arbeit und ihr gesellschaftliches Engagement für die Bewohnerinnen ihrer Stadt ein. Sie war Mitgründerin mehrerer Institutionen, die sich mit der Frauenfrage und den Bildungschancen für niedrigere Gesellschaftsschichten befassten. Siedlecka war auch sehr um die Bildung der Jugend besorgt. Bis ins hohe Alter verfolgte sie die Verbesserung der Lebensqualität der Bauernjugend und jugendlichen Arbeiterinnen. Dafür wurde sie mit dem „Oberschlesischen Stern“ ausgezeichnet. Zusammen mit ihrer Schwester Wanda führte Siedlecka das Familienhaus in Krakau an der Spitalstraße (ulica Szpitalna), das zum Zentrum des feministischen Denkens im Krakau wurde. Eine ihrer Mitstreiterin beschrieb sie als „eine ruhige und gelassene Frau, mit dem edlen Gesicht“. Ähnlich wie Maria Lischnewska war sie die treibende Kraft einer Fraueninitiative in ihrer Heimatstadt. Um welche Initiative es sich handelt, verrate ich im nächsten Beitrag. Fortsetzung folgt.

Iwona Dadey, FU Berlin

Iwona Dadey, WZB

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