Sonntag auf Berlin-Woman: Der Tango, 2. Teil

Das ist die Serie über Tango in drei Teilen, die der begeisterte Berlin-Woman-Leser „Ulf der Genießer“ uns zugeschickt hat.

Während andere Gäste in der Strandbar No.1 mit einem Longdrink in der Hand oder einer Pizza ganz entspannt im Sand in ihren Strandstühlen am Spreeufer sitzen, plaudernd, lachend oder auch verträumt aufs Wasser blickend, beobachte ich am Rand der Tanzfläche die Tango-Paare.

Gemessene Schritte, weich ausgeführte Bewegungen, ein knielanger, schwarzer Rock  über hochhackigen Schuhen. Ein Mann und eine Frau schreiten elegant über den Tanzboden. Eng schmiegen sich ihre Oberkörper aneinander, öffnen überraschend ihre Haltung, und anmutig führt die Tänzerin eine raumgreifende Beinbewegung aus. Dann kommen sie wieder zusammen. „Tango de Salon“ denke ich, während die Frau mit geschlossenen Augen rückwärts schreitet, wird sie von dem Tänzer aus meinem Blick entführt. Traditionell ist der Tango ein sinnlicher Paartanz, der Mann führt, die Frau verführt, Bewegungsmuster und Formen sind bewusst geschlechtsspezifisch festgelegt, die Frau schwebt, glänzt durch anmutige Schrittfolgen und dekorative Verzierungen. Zwei Frauen sind das nächste Paar. Inmitten des Tanzes tauschen Führende und Folgende die Rollen. Queer Tango ermöglicht, den Unterschied im Verhalten von Geschlecht und Geschlechterrollen bewusst zu erfahren. Auch Mann und Frau können in die Rolle des jeweils anderen hineinschlüpfen.  Da tauchen auch wieder die roten Lackschuhe auf . . .

Fortsetzung folgt am nächsten Sonntag…

Bis heute Abend finden zwei große Tangofestivals statt.

Teil 1

2 Gedanken zu „Sonntag auf Berlin-Woman: Der Tango, 2. Teil

  1. Hallo Ulf,
    ich bin fasziniert von der Art, den Tango zu beschreiben – so wie Du das hier machst. Es war wieder spannend und auch für mich war neu was Du da zum Queer-Tango geschrieben hast.
    Ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag. Bis in einer Woche.

  2. Danke, lieber Ulf, die Infos über den Queer-Tango waren mir neu. Ich finde es total spannend, was gerade unter den Geschlechter passiert. Und schön, dass wir unsere Rollen wechseln können. Das würde mich auch am Tango reizen. Hab mich nämlich ziemlich schwer mit der Frauenrolle getan:-)

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