Ausstellung „Frauensilber“: Produktdesignerinnen vor 100 Jahren!

Berlin-Charlottenburg

Emmy Roth, Zuckerstreuer 1927, Foto: Website der Ausstellung

Kunsthandwerk! Vor 100 Jahren bestimmte es den Alltag. Individuell gestaltete und von Hand oder maschinell gefertigte Gegenstände aller Art gehörten dazu. Genau da eroberten sich die Frauen diese Männerdomäne. Erstmals erwarben sie den Meistertitel in Gold- und Silberschmiede und gingen mutig auf den Markt:

In der Austellung „Frauensilber“ im Bröhan-Museum sind 150 seltene Silber-und Goldschmiedearbeiten von Künstlerinnen der 1920er Jahre zu sehen. Schmuck, Geschirr, Dekor und Figurinen von Paula Straus, Emmy Roth, Marga Jess, Martha Flüeler-Haefli, Elfriede Berbalk u.a. zeigen, was Kreatvitität und Produktgestaltung hervorbringen können. Neben der Klarheit und Formenvielfalt der Exponate ist auch der Werdegang der Künstlerinnen bemerkenswert. Sie bildeten sich auf Burg Giebichenstein in Halle, in der Stuttgarter Kunstgewerbeschule Weißenhof oder den Wiener Werkstätten aus und eröffneten eigene Ateliers und Betriebe. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten war ein biografischer und künstlerischer Einschnitt. Die Künstlerinnen jüdischen Glaubens emigrierten, die funktionale, individuelle und moderne Alltagsgestaltung wich dem nationalsozialistischen Massengedanken. Nicht zuletzt beweist die Ausstellung „Frauensilber“, dass das künstlerische Produkt, in diesem Fall das Produktdesign, schon vor 100 Jahren für Künstlerinnen ein Erfolgsmodell war.

Frauensilber, Bröhan Museum, Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus (1889–1939), Schloßstraße 1a, 14059 Berlin (am Schloß Charlottenburg), Di-So 10:00-18:00 Uhr, 6/4 €, bis 09.10.2011

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