Die Wand von Künstlerhand – Neue Denkräume durch Farbe. Berlin-Woman im Gespräch mit Dido Roggatz

Esszimmer-Wand von Dido Roggatz, Foto: DR

In der vergangenen Woche stellte sich die Künstlerin Dido Roggatz auf Berlin-Woman vor. Heute spricht sie über ihr innovatives künstlerisches Produkt  „Die Wand von Künstlerhand“:

BW: Was ist die „Wand von Künstlerhand„?
DR: Ich bringe meine Farbfeldmalerei direkt auf die Wand. So wird der Raum um die Wand herum zum begehbaren Kunstwerk, das den Menschen mit neuer Inspiration versorgt. Seit der Höhenmalerei setzen die Menschen die Farbe als Gestaltungsmittel ein, denken wir an die Wandgemälde in Pompeij, die barocken Kirchenausmalungen oder die farbigen Wände der Bauhauskünstler. Jede Wand hat ihre eigene Struktur, die vom Putz herstammt. Ich arbeite ja direkt auf dem Putz. Durch die Farbe entstehen unterschiedliche Formen und Licht- und Schattenfelder, die vorher nicht zu sehen waren. Wand und Farbe erzählen ihre „Geschichte“.

BW: Was bewirkt ein solches Wandbild?
DR: Farbfelder und eben auch eine farbige Wand rufen Emotionen hervor. Doch sie inspirieren nicht auf der vordergründigen konzeptionellen Ebene. Die Künstlerwand besteht aus schwebenden Farbfeldern, deren Lasuren eine lebendige Farbwelt erzeugen. Je nach Person, Raum und Farben kommt es zu mehr Kreativität, Kommunikation oder Entspannung. Das ist ein geistiger Prozess. Die Sprache der Farbe ist eine sehr individuelle Dialogform.

BW: Was ist der Unterschied zur reinen Malerarbeit, da werden doch auch Farben eingesetzt?
DR: Ich habe als bildende Künstlerin andere Freiheiten. Die künstlerische Herangehensweise ermöglicht mir einen großen Spielraum. Ich lasse aus der Farbe eigene Welten entstehen. Ziel ist kein konkretes Farbkonzept sondern die Erschaffung eines neuen Farbraums, eines Lebensgefühls. Der Dialog mit den Menschen, dem Raum und dem Umfeld sind Teil meiner künstlerischen Performance und meines Auftrags. Nach der ersten Bestandsaufnahme und dem Gespräch mit dem Auftraggeber entstehen Farbentwürfe zur weiteren Unterstützung des Dialogs. Die Auftraggeber wohnen dem Entstehungsprozess der Künstlerwand bei und können ihn durch ihre Präsens mit beeinflussen. So können sich in einem ausgewählten Raum, innen oder außen, öffentlich oder privat, neue Dimensionen eröffnen.

BW: Wie sieht die Arbeit der „Wand von Künstlerhandkonkret aus?
DR: Meistens entsteht die Farbfeldmalerei nur auf einer Wand, die im Dialog mit den anderen Wänden steht. Ich verwende hochwertige Pigmente, gebunden in Acryl, die ich in Lasuren auftrage. Das erzeugt eine bewegte Struktur, so wie die Dynamik einer afrikanischen Skulptur oder die Hauswand eines venezianischen Palazzos. Mein Prinzip ist die Reduktion auf einfache und wenige Mittel. Die Wand wird zum Bild, das wie alle meine Bilder eine Geschichte erzählt und auch einen Titel hat. Ebenso wie die Malerei sollen sie den Blick weiten. Ein Titel heißt zum Beispiel: „Der Eisbär kommt aus seiner Höhle und sieht die Sonne“. Ist die Wand fertig, bekommt sie meinen Stempel und meine Unterschrift, und dann liegt es an den Betrachtern, sich dem Farbenrausch hinzugeben.

Die Wand von Künstlerhand -Dido Roggatz

Dido

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.