Berlin-Women: Franziska Gräfin von Reventlow

 

Die Schriftstellerin, Malerin, Übersetzerin und Mutter eines Sohnes Franziska (Fanny) Gräfin zu Reventlow (1871-1918) schloß 1894 ihre Ehe mit dem Juristen Walter Lübke in Berlin. In Zeiten, in denen eine alleinstehende und alleinerziehende Frau kaum etwas galt, wagte sie die Scheidung, eine Scheinehe, Affären, die freie Liebe und die freie Erotik. Ihre Erfahrungen, die Franziska Gräfin von Reventow vor allem in der Münchner Bohème sammelte, flossen in ihre Gedichte, ihren Schlüsselroman „Herrn Dames Aufzeichnungen“ (1913), ihre Novellen, Essays und ihre Kunst ein. Die Künstlerin verkehrte mit Frank Wedekind, Erich Mühsam, Marianne Werefkin, Rainer Maria Rilke und anderen Berühmtheiten. Doch Zeit ihres Lebens mußte sie sich mit Gelegenheitsjobs als Übersetzerin, Glasmalerin, Prostituierte, Sekretärin, Aushilfsköchin, Versicherungsagentin und Messe-Hostesse über Wasser halten. Franziska Gräfin von Reventow starb im Alter von 47 Jahren in Muralto am Lago Maggiore. Aktuell erinnert eine Ausstellung in der Schleswig-Holsteinischen Landesvertretung an die freiheitsliebende Künstlerin.

Alles möchte ich immer„. Franziska Gräfin von Reventlow 1871-1918, Vertretung des Landes Schleswig-Holstein beim Bund, In den Ministergärten 8, 10117 Berlin, bis 12.08. 2011

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.