Wie Räume gestaltet werden: Berlin-Woman im Gespräch mit der Innenarchitektin Beate Challakh

Privatbad, Entwurf und Realisierung Beate Challakh, Foto: BC

Die Innenarchitektin Beate Challakh hat sich in einem Porträt auf Berlin-Woman vorgestellt. Heute gibt sie uns Einblick in ihre spannende Tätigkeit:

BW: Was macht eine Innenarchitektin?

BC: Ich gestalte Räume und mache Vorschläge zur Ausstattung von Wohn-, Geschäfts- und Ausstellungsräumen, Gastronomie, Arztpraxen, Läden und Messeständen, Banken und Hotels. Dazu schaue ich mir die Räume und ihre Funktionsabläufe an und gehe unter Berücksichtung der technischen Umsetzung und der individuellen Bedürfnisse der Kunden in die Planung. Ich vermesse die Räume, erstelle Grundriss-Zeichnungen, Wandansichten und Perspektiven, lege Material- und Farbmuster vor und mache Detailzeichnungen für die einzelnen Gewerke. Danach hole ich Angebote ein, vergleiche Preise, betreue die Auftragsvergabe und überwache den Bau bis zur Fertigstellung.

BW: Wie unterscheidet sich diese Arbeit von der Architektur?

BC: Der/die Architekt/in geht primär von der äußeren Hülle des Bauwerkes aus und plant diese in einem externen städtebaulichen Zusammenhang. Bei der Innenarchitektur sind es in erster Linie die inneren Räume und ihre individuelle Nutzung. Im Idealfall kommt es zu einer Zusammenarbeit, denn es ergeben sich viele Schnittstellen. Beide Bereiche teilen die Ästhetik und die technische Umsetzung.

BW: Wie wird man/frau Innenarchitekt/in, was gehört alles dazu?

BC: Die Ausbildung erfolgt über ein Bachalor- oder Masters-Studium an einer Kunsthochschule oder Fachhochschule, in dem Fächer wie Gestalten, Möbelentwicklung, Kunst- und Kulturgeschichte, Baukonstruktion, Werkstofflehre, technischer Ausbau u.a. gelehrt werden. Dazu gehört auch ein Praktikum. Ich selbst habe vor Studienbeginn ein einjähriges Praktikum in einer Tischlerei absolviert. Empfehlenswert ist eine Handwerkslehre.

BW: Wer beauftragt Innenarchitekt/innen, sind es immer nur wohlhabende Villenbesitzer?

BC: Oft sind es Auftraggeber/innen, die ihre Geschäfts- und Wohnräume neu gestalten, umbauen oder sanieren wollen und kreative Ideen und/oder Unterstützung bei der Umsetzung benötigen. Ich berate auch Kunden, die den Wunsch nach Veränderung spüren, aber selbst nicht die Vorstellung haben, was alles in ihren Räumen möglich ist. Es muß nicht immer der „große“ Umbau sein. Mit Farbe, Neuordnen des Vorhandenen und kleinen Ergänzungen ist viel zu erreichen. Von meinen Kunden habe ich schon oft gehört: „Darauf wäre ich nie gekommen“. Die Vielfalt der Aufträge ist das Spannende an meinem Beruf, und das Schönste ist, wenn sich meine Kunden in ihren neu gestalteten Räumen wohl fühlen.

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