Berlin-Women: Martel Schwichtenberg (05.06.1896-31.07.1945)

Fast jede/r kennt den Entwurf der Designerin und Malerin Martel Schwichtenberg: Das berühmte Logo der Bahlsen-Leibniz-Kekse. 1917 wurde die Künstlerin als Grafikerin des Gebäckherstellers in Hannover engagiert und entwickelte 30 Jahre lang verschiedene, sehr zeitgemäße Designs für Plakate, Verpackungen und das Firmengebäude selbst. Eine Frühform des Corporate Design. Gemeinsam mit dem Bildhauer Bernhard Hoetger arbeitete sie an der TET-Stadt, einer – nicht realisierten – architektonisch und künstlerisch völlig durchgeplanten Stadtteilkonzeption von Hermann Bahlsen. Mit ihrem Umzug nach Berlin 1920 machte sich die junge Frau mit Bubikopf auch künstlerisch einen Namen: Martel Schwichtenberg wurde Mitglied im „Werkbund“ und der „Novembergruppe“, stellte in New York und den großen Berliner Galerien, u.a. bei Alfred Flechtheim, aus. Es entstanden grafische Mappen, Stillleben, Landschaften und Porträts der Berliner Prominenz im Stil der Neuen Sachlichkeit. 1933 wanderte Martel Schwichtenberg nach Südafrika aus, wo sie sich ebenfalls erfolgreich etablierte. Doch ein Brand, der ihren Besitz zerstörte und der Beginn des Zweiten Weltkriegs beendeten ihre Karriere. Bei einem Besuch in Deutschland wurde ihre Ausreise verwehrt. Die Künstlerin zog sich nach Süddeutschland zurück, wo sie 1945 an einer Krebserkrankung starb.

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